Biotech-Aktien: Experten sehen nach Jahren eine große Wende
Starker Aufschwung
Der Nasdaq Biotechnology Index liegt im April 2026 bei rund 6.000 Punkten und damit klar über dem Niveau von Ende 2024. Nach einem schwachen Jahr 2024 brachte 2025 mit rund 33 Prozent die Wende, 2026 setzt sich die Erholung moderat fort. „Nach mehreren schwierigen Jahren haben sich die Rahmenbedingungen deutlich verbessert“, sagt Harald Kober, Fondsmanager des Erste Stock Biotec. Vor allem das Zinsumfeld hat sich entspannt: Die US-Leitzinsen sind von rund 4,75 auf etwa 4,5 Prozent gefallen, was wachstumsstarken Sektoren wie Biotech Rückenwind gibt.
Neue Therapien, große Deals: Biotech rückt wieder in den Fokus für Anleger.
ERSTE STOCK BIOTEC (ISIN AT0000746748):
Der Fonds zählt zu den etablierten Branchenfonds und investiert seit 2000 weltweit in Biotechnologie-Aktien. Fondsmanager Harald Kober setzt auf aktives Stock-Picking mit Fokus auf US-Small- und Mid Caps sowie Unternehmen mit fortgeschrittenen Produktpipelines. Der Fonds zielt darauf ab, frühzeitig von klinischen Fortschritten, Übernahmen und Innovationsschüben im Sektor zu profitieren. In den vergangenen zwölf Monaten legte er um 42 Prozent zu.
MEDICAL BioHealth (ISIN LU0119891520):
Der aktiv verwaltete Fonds des deutschen Anbieters Medical Strategy breit diversifiziert und investiert in spezialisierte Biotech- und Healthcare-Unternehmen mit Sitz in Luxemburg. Im Fokus stehen wachstumsstarke Small- und Mid Caps mit marktnahen Produkten oder fortgeschrittenen Entwicklungsprogrammen. Schwerpunkte liegen auf Onkologie, Neurologie und Stoffwechselerkrankungen und zielen auf überdurchschnittliches Wachstum im Sektor. Auf Sicht von zwölf Monaten erzielte er ein Plus von 59 Prozent.
Attraktive Bewertungen
Gleichzeitig sind viele Unternehmen günstig bewertet. Price-to-Sales-Multiples liegen im Schnitt bei rund 6,4 und damit klar unter den Höchstständen der Pandemiezeit. Auch der Risikokapitalmarkt öffnet sich wieder vorsichtig. „Viele Unternehmen notieren heute auf historisch attraktiven Niveaus“, sagt Kober. „Gleichzeitig hat sich die Nachrichtenlage deutlich aufgehellt.“ Positive Studiendaten, neue Medikamente und Fortschritte in der Forschung sorgen für Vertrauen. Besonders in den Bereichen Onkologie, Immunologie und seltene Erkrankungen sieht Kober die größten Chancen.
Milliarden-Deals
Ein zusätzlicher Treiber ist die Übernahmewelle. 2025 erreichte das globale Biopharma-M&A-Volumen rund 133 Milliarden Dollar. Große Pharmakonzerne stehen unter Innovationsdruck und kaufen gezielt Biotechfirmen zu, um ihre Pipelines rasch zu stärken. „Pharmakonzerne müssen Innovation zukaufen, weil eigene Patente auslaufen und neue Wirkstoffe schnell benötigt werden“, sagt Kober. Beispiele wie die Übernahme von Tubulis durch Gilead zeigen, dass Milliardenbeträge für vielversprechende Wirkstoffe bezahlt werden und Deals gezielt dort stattfinden, wo klinische Fortschritte bereits sichtbar sind.
Pharmakonzerne müssen Innovation zukaufen, weil Patente auslaufen und Wirkstoffe fehlen.
Erste Stock Biotech
Klare Strategie
Für Anleger bleibt der Sektor anspruchsvoll. Biotech ist volatil und stark von Studienergebnissen und Kapitalmarktbedingungen abhängig. „Biotechnologie ist kein Ersatz für ein breit gestreutes Portfolio, kann dieses aber sinnvoll ergänzen“, sagt Kober. Entscheidend seien ein langer Anlagehorizont und die Bereitschaft, Schwankungen auszuhalten. Der Sektor hat sich von einer Bewertungs- zu einer Wachstumsstory entwickelt – und rückt damit wieder stärker in den Fokus.
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