Im Alter finanziell selbstbestimmt leben

Altersvorsorge. In Zeiten steigender Lebenserwartung und zunehmender Unsicherheit an den Finanzmärkten gewinnen betriebliche Zusatzpensionen immer mehr an Bedeutung.
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Österreich steht vor erheblichen demografischen Herausforderungen. Die Babyboomer-Generation geht in den nächsten Jahren in Pension, immer weniger arbeitende Menschen kommen dadurch für die Pension von immer mehr Menschen auf. Hinzu kommen auch noch steigende Teilzeitquoten. Das umlagefinanzierte System gerät dadurch unter Druck und mit ihm die Sicherheit, im Alter ausreichend abgesichert zu sein. Eine Pensionsreform über alle drei Säulen, staatliche-, betriebliche- und private Pension, hinweg und der Ausbau der betrieblichen 

Altersvorsorge als wichtige Ergänzung zur staatlichen Pension für alle Menschen in Österreich sind daher unbedingt notwendig.

„Bei der heimischen Politik ist zum Thema betriebliche Altersvorsorge endlich etwas in Bewegung gekommen. Unter dem Aufhänger „Beschäftigung und soziale Absicherung im Alter“ wurden im Ministerrat im Dezember 2025 auch Beschlüsse betreffend die betriebliche Altersvorsorge gefasst“, erklärt Andreas Zakostelsky, Generaldirektor VBV-Gruppe, Obmann des Fachverbandes der Pensions- und Vorsorgekassen, und weiter: „Positiv dabei ist, dass die Umsetzung des im Regierungsprogramm angeführten Generalpensionskassenvertrags vorgesehen ist und damit sachliche Forderungen zur Weiterentwicklung der zweiten Säule aufgenommen wurden. Wenn Maßnahmen zur Performance-Verbesserung und zum flächendeckenden Ausbau der betrieblichen Altersvorsorge gelingen, kann sie zu einer starken Ergänzung in der Pension für alle Menschen in Österreich werden.“

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„Ein Vollausbau der zweiten Säule ist längst überfällig.“

Der Generalpensionskassenvertrag ist die Idee, den Zugang zur zweiten Säule auch für jene Beschäftigten zu öffnen, deren Arbeitgeber bisher keinen eigenen Pensionskassenvertrag abgeschlossen hat. Kern des Modells ist, dass Guthaben aus der „Abfertigung Neu“ künftig auf freiwilliger Basis in eine Pensionskasse übertragen werden können, um daraus bei Pensionsantritt eine lebenslange Zusatzpension zu machen.   

Am Erfolg beteiligen  

Lediglich knapp ein Viertel der unselbstständig Erwerbstätigen in Österreich hat Anspruch auf eine Leistung aus einer Pensionskasse. Vor allem kleine und mittlere Betriebe müssen verstärkt ins Boot geholt werden. „Wichtig dabei sind mehr Information und Bewusstseinsbildung. Viele Unternehmer wissen sehr wohl, wie wichtig Vorsorge ist, aber nicht, wie einfach man sie heute bereits umsetzen kann.  Unternehmen bietet sich dabei Flexibilität bei der Einzahlung von Pensionskassen-Beiträgen. Es können zusätzlich zu einem Sockelbeitrag erfolgsabhängige Beiträge vereinbart werden. Diese variablen „Erfolgs-Beiträge“ werden in die Pensionskasse eingezahlt, wenn das Unternehmen vorher definierte betriebswirtschaftliche Ziele erreicht, also „ein gutes Jahr hat“. So kann der Arbeitgeber seine Arbeitnehmer am Unternehmenserfolg direkt beteiligen und die Mitarbeitenden profitieren im Alter von einer höheren Pension“, so Zakostelsky.

Alle Menschen erreichen

Auch wenn bereits etwas Bewegung ins Thema betriebliche Pension gekommen ist, bedarf es doch weiterer politischen Reformen, um die zweite Säule des Pensionssystems zu stärken. Zakostelsky: „Wir müssen Maßnahmen setzen, um die Performance im Sinne der Berechtigten weiter zu steigern. Durch diese dann noch ertragreichere Veranlagung könnten alle Österreicherinnen und Österreicher an der internationalen wirtschaftlichen Entwicklung partizipieren. Zudem müssen wir alle Menschen in Österreich erreichen. Ein Vollausbau der zweiten Säule ist längst überfällig, um den Lebensstandard im Alter in Zukunft nachhaltig zu sichern.“

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