FMVÖ-Recommender-Award: Die Champions der Kundenzufriedenheit
Vertrauen lässt sich nicht verordnen. Es zeigt sich dort, wo Kundinnen und Kunden ihre Bank oder Versicherung weiterempfehlen. Genau diesen Maßstab feierte der FMVÖ-Recommender-Award am 6. Mai in der Österreichischen Nationalbibliothek: Rund 180 Gäste kamen ins Camineum, um das 20-jährige Jubiläum des „Oscar der Finanzwirtschaft“ zu feiern. FMVÖ-Präsident Erich Mayer bedankte sich in seiner Begrüßungsrede nicht nur bei den beiden Gründungsmitgliedern Josef Redl und Klaus Kotek, sondern auch bei den anwesenden Vertretern der österreichischen Finanzinstitute: „Die heimischen Banken und Versicherungen haben den FMVÖ-Recommender von der ersten Stunde an als wichtigen Maßstab anerkannt und damit zum Erfolg der Auszeichnung beigetragen, indem sie den Award und die Gütesiegel in ihre Unternehmenskommunikation eingebunden haben. Die Bewertungen durch 8.000 Kunden geben ein authentisches Bild darüber, wie empfehlenswert Banken und Versicherungen aus Sicht ihrer Kunden sind. So konnten wir erreichen, dass Kundenorientierung noch mehr zu einem wesentlichen Faktor für den Geschäftserfolg wurde.“
Als Basis für den FMVÖ-Recommender-Award dient eine Umfrage, die vom Marktforschungsinstitut Telemark Marketing im ersten Quartal 2026 unter 8.000 Kunden von Banken und Versicherungen durchgeführt wurde. Zur Ermittlung der Gewinner kommt seit Beginn der Net Promoter Score (NPS), also die Messung der Weiterempfehlungsbereitschaft, zur Anwendung. Studienleiter und FMVÖ-Vorstandsmitglied Robert Sobotka interpretierte die Ergebnisse im Jubiläumsjahr wie folgt: „Obwohl die durchschnittliche Weiterempfehlungsbereitschaft bei den Banken und Versicherungen nur geringfügig gegenüber dem Vorjahr – von 18,4 auf 19,6 Prozent bei den Banken und von 18,2 auf 18,6 Prozent bei den Versicherungen – angestiegen ist, erleben wir 2026 einen deutlichen Zuwachs auf 31 Gütesiegel gegenüber 24 in 2025. Vor allem bei den Banken konnten wir heuer zahlreiche Institute mit einem exzellenten Gütesiegel auszeichnen, bei den Versicherungen haben hingegen nur zwei die NPS-Schwelle von 30 Prozent überschritten.“
Die Sieger
Keine Änderung gegenüber dem Vorjahr gab es bei den österreichweit tätigen Banken und Versicherungen: So erhielt die Erste Bank mit einem Respektabstand den FMVÖ-Recommender-Award in der Kategorie „Großbanken“, den ersten Platz bei den „bundesweiten Versicherungen“ konnte die GRAWE behaupten. Gleich drei der „überregionalen Banken“ sicherten sich dank deutlicher Zuwächse bei der Kundenzufriedenheit ein exzellentes Gütesiegel, als Sieger der Kategorie ging in diesem Jahr die HYPO NOE Landesbank für Niederösterreich und Wien hervor. Ein ähnliches Bild zeigt sich bei den Regionalbanken, wo ebenfalls drei exzellente und auch vier hervorragende Gütesiegel vergeben wurden. An die Spitze setzen konnte sich die Volksbank Salzburg, die sich auch über den höchsten NPS-Wert unter den Banken freuen darf. Bei den Landesversicherungen gab es einen Wechsel an der Spitze, die aber wie im Vorjahr in westösterreichischer Hand bleibt: Die Vorarlberger Landes-Versicherung erzielte ein exzellentes Gütesiegel und den Kategorie-Sieg. Bei den Direkt- und Spezialversicherungen gibt es mit der ARAG einen Newcomer als Gewinner des FMVÖ-Recommender-Awards, die mit einem satten NPS-Zuwachs von 27 Prozent auch den Sonderpreis „Aufsteiger des Jahres“ gewann.
Begehrte Sonderpreise
Neben den sechs Recommender-Award-Kategorien und dem „Aufsteiger des Jahres“ zeichnet der FMVÖ besondere Leistungen in der Kundenzufriedenheit mit eigenen Sonderpreisen aus. Gleich zwei Raiffeisen Landesorganisationen konnten hier reüssieren: Die Raiffeisenlandesbank Steiermark wurde als „Bank mit der besten Kund:innenberatung“ und die Raiffeisenlandesbank Oberösterreich als „Bank mit dem besten Kund:innenservice“ geehrt. „Versicherung mit der besten Kund:innenberatung“ wurde im Jubiläumsjahr die Wiener Städtische Versicherung und „Versicherung mit dem besten Kund:innenservice“ die Zürich Versicherung. Über einen ex aequo Gewinn als „Versicherung mit dem besten Schadensmanagement“ kann sich der Vorjahressieger Niederösterreichische Versicherung gemeinsam mit der Oberösterreichischen Versicherung freuen.
FMVÖ-Präsident Erich Mayer und KURIER-Herausgeberin Martina Salomon
Finanzwissen bis GenZ
Neben den Auszeichnungen erlebten die Gäste ein buntes Programm, das von Auftritten der A-cappella-Band „Das wird super“ umrahmt wurde. Zum Motto der Veranstaltung „Wert der Finanzkompetenz“ sprach Univ.-Prof. Bettina Fuhrmann, Leiterin des Instituts für Wirtschaftspädagogik an der WU Wien. Impulse von Accenture, New Frontier Innova und willhaben zeigten, wie stark sich die Erwartungen an Banken und Versicherungen verändern. Klaus Hermetschläger (Managing Director Insurance CEE) und Andreas Weiss (Associate Director Financial Services Austria) von Accenture fragten, ob die Gen Z Finanzinstitute wirklich meidet oder ihre Erwartungen in der Branchenlogik zu wenig verstanden werden. „Spitzenplätze im NPS erfordern heute eine durchgängig starke digitale Erfahrung, echte Personalisierung und ein digitales Leistungsangebot, das klassisches Banking übertrifft“, betonte Gregor Bierent, CEO New Frontier Innova. „Kunden wollen von ihrer Bank gekannt, nahtlos begleitet und im Alltag aktiv unterstützt werden. Dies ermöglichen wir mit Fintense, unserer Digital Banking Plattform.“ Jochen Schneeberger, Sales Director Digital Advertising bei willhaben, rückte Vertrauen und Matchmaking als zentrale Währungen im Finanzmarketing in den Mittelpunkt: „Dass willhaben nun auf radikale User Centricity, weniger Werbedichte und konsequente Relevanz setzt, ist für die Kommunikation in der Finanzwelt ein echtes Upgrade. Native Formate bieten die Chance, Finanzthemen organisch und treffsicher zu platzieren. Für Finanzdienstleister bedeutet das: Echte Berührungspunkte statt bloßer Klicks. Ein rigoroser Schritt, der die Werbewirkung massiv steigert.“ Unterstützt wurde der FMVÖ-
Recommender-Award 2026 zudem von Zürich Versicherung, coeo-Inkasso, Cancom, Demner, Merlicek & Bergmann, Donau Versicherung, Falstaff, GRAWE, Niederösterreichische Versicherung, Oberösterreichische Versicherung, Raiffeisen Bank International und Wiener Städtische Versicherung. Weitere Medienpartner waren neben dem KURIER Leadersnet und ForumF.
Der FMVÖ-Recommender-Award basiert auf dem Net Promoter Score (NPS), einem international bewährten Instrument zur Messung von Kundenloyalität. Entwickelt vom US-amerikanischen Experten für Kundenbeziehungen Frederick F. Reichheld, beruht der NPS auf einer einzigen Frage: „Wie wahrscheinlich ist es, dass Sie dieses Unternehmen weiterempfehlen?“ Die Antwort erfolgt auf einer Skala von 0 bis 10. Aus der Differenz von Promotoren (9–10) und Detraktoren (0–6) ergibt sich der Score. Der Vorteil: Der NPS lässt sich einfach erheben, leicht nachvollziehen und klar kommunizieren.
Seit 2007 erhebt der FMVÖ gemeinsam mit Telemark Marketing jährlich die NPS-Werte österreichischer Banken und Versicherungen. 2026 wurden dafür erneut 8.000 Kunden befragt. Prämiert werden jene Institute, die besonders häufig weiterempfohlen werden. Zusatzfragen zeigen, was Begeisterung oder Frustration auslöst – und machen sichtbar, welche Maßnahmen Kundenbindung tatsächlich verbessern.
Finanzmarkt im Fokus
Zum Abschluss rückte auch die Rolle der Finanzbranche für den Wirtschaftsstandort Österreich in den Blick. KURIER-Herausgeberin Martina Salomon sprach mit den Moderatoren Sigrid Spörk und Paul Leitenmüller über die langjährige Medienkooperation mit dem FMVÖ und formulierte zugleich einen Wunsch an die Politik: „Ich würde mir wünschen, dass die Politik den Finanzmarkt ernster nimmt und weniger als Feind und Melkkuh betrachtet. Ein erster kleiner Schritt geschieht jetzt immerhin mit der Reform der betrieblichen Pensionskassen.“
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