Das Rückgrat der Gesellschaft: die Infrastruktur
Infrastruktur wird zunehmend als strategisches Investmentthema der Zukunft betrachtet, angetrieben durch politische Programme, den Klimawandel und die digitale Transformation. Während direkte Investitionen in Infrastrukturprojekte hohe Mindestanlagebeträge erfordern, ermöglichen Infrastrukturfonds auch privaten Anleger:innen den Zugang zu diesem Sektor. Diese Fonds investieren breit gestreut in Unternehmen, die Infrastruktur errichten, betreuen oder Komponenten dafür liefern.
Obwohl Infrastrukturunternehmen nicht vollständig gegen Marktschwankungen immun sind, reagieren sie oft stabiler. Staatliche Investitionsprogramme, insbesondere in Europa, unterstützen die positive Entwicklung dieses Sektors. Eine aktive Steuerung des Investments ermöglicht es, flexibel auf Veränderungen zu reagieren und selektiv Gelegenheiten zu nutzen.
Trends und Risiken
Zukünftige Wachstumsbereiche umfassen digitale Infrastruktur und die Elektrifizierung des Stromnetzes, die für Cloud Computing, künstliche Intelligenz, das Internet der Dinge, E-Commerce, digitale Zahlungen und die Energiewende entscheidend sind. Neben klassischen Infrastrukturbereichen wie Telekommunikation, Energie, Versorger und Transport, identifiziert der Fonds auch Themen wie Energiewende, Digitalisierung, neue Mobilität, Urbanisierung und demografische Veränderungen als relevant.
Besonders spannend sind derzeit Cloud-Computing und die Integration von KI im Energiesektor, insbesondere bei erneuerbaren Energien. Diese Trends, wie das wachsende Interesse an Cloud Data Storage und die wirtschaftlichen Impulse durch KI, werden langfristig die Infrastruktur prägen. Nach einer Phase überhöhter Bewertungen und der anschließenden Korrektur erachten wir für mittel- bis langfristige Investitionen auch den Sektor erneuerbare Energien als attraktiv.
Die größten Herausforderungen sind Unsicherheiten bezüglich politischer Rahmenbedingungen bzw. Budgetdefizite, die ambitionierte staatliche Programme infrage stellen.
Zukünftige Kosten
Bis 2040 wird der weltweite Investitionsbedarf in die Infrastruktur auf 94.000 Milliarden Dollar geschätzt, während nur 79.000 Milliarden Dollar finanziert werden könnten, was eine Lücke von 15.000 Milliarden Dollar ergibt. Die Finanzierung könnte durch staatliche Mittel, Infrastrukturbonds oder private Finanzierungen (PPP) erfolgen. Studien zeigen, dass eine Erweiterung des Fernstraßennetzes um 10 Prozent den Output im verarbeitenden Gewerbe um 1,3 bis 1,5 Prozent steigern kann, besonders in der Schwerindustrie.
Kurzfristige Effekte umfassen Multiplikatoreffekte und Beschäftigungssteigerungen, während langfristige Effekte Produktivitätssteigerungen, Standortattraktivität und Innovationsförderung beinhalten. Insgesamt bietet der Infrastruktursektor vielfältige Möglichkeiten, die durch gezielte Investitionen und eine flexible Anlagestrategie optimal genutzt werden können.
Marc Caretti ist Fondsmanager des Raiffeisen-NewInfrastructure-ESG-Aktienfonds. Die Raiffeisen KAG zählt zu den führenden heimischen Fondsgesellschaften. Über Österreich hinaus ist das Unternehmen in zahlreichen Ländern in Zentral- und Osteuropa (CEE) etabliert.
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