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Aus Wien in die Welt: Hoffnungsträger gegen Lungenkrebs

Ein in Wien entwickelter Wirkstoff zur Behandlung einer Form von Lungenkrebs hat 2025 in den USA, China und Japan die Zulassung erhalten.
Boehringer-Ingelheim-Forschungsgebäude in Wien-Meidling mit moderner Glasfassade und begrüntem Vorplatz.

Für Betroffene eröffnet das neue Perspektiven, für den Forschungsstandort Österreich ist es ein starkes Signal. Beim fortgeschrittenen nicht-kleinzelligen Lungenkrebs mit einer spezifischen genetischen Veränderung sind Therapieoptionen begrenzt. Weltweit erhalten jährlich rund 40.000 Menschen diese Diagnose, darunter viele Frauen sowie Nichtraucherinnen und Nichtraucher.

Der neue Wirkstoff von Boehringer Ingelheim setzt genau hier an: Er schließt eine therapeutische Lücke und könnte Betroffenen bessere Wirksamkeit und mehr Lebensqualität ermöglichen.

Medizinischer Durchbruch

Der Weg dorthin begann 2017 in Wien. Am Standort des forschenden Pharmaunternehmens suchte ein interdisziplinäres Team nach einem passgenauen Molekül. Chemikerinnen und Chemiker entwickelten potenzielle Wirkstoffe, Biologinnen und Biologen prüften rund 12.000 Verbindungen. Was in der Arzneimittelforschung im Schnitt bis zu 15 Jahre dauert, gelang in nur acht Jahren: Im August 2025 erteilte die US-Behörde FDA die Zulassung, kurz darauf folgten China und Japan. „Dank der großartigen Arbeit unserer Forschenden konnte der Wirkstoff deutlich schneller zum Einsatz kommen als üblich“, so Mark Petronczki, Leiter der globalen Onkologieforschung bei Boehringer Ingelheim.

Mark Petronczki von Boehringer Ingelheim steht vor dem Firmenlogo in Wien.

„Im Jahr 2025 haben wir rund 7,9 Millionen Menschen in unserer Region mit innovativen, lebensverändernden Medikamenten versorgt,“ so Pavol Dobrocky, Boehringer Ingelheim.

Standort Wien wächst

Der Erfolg unterstreicht die Bedeutung Wiens als Life-Science-Standort. Boehringer Ingelheim hat in den vergangenen zehn Jahren mehr als eine Milliarde Euro in Österreich investiert, rund 300 Millionen Euro fließen jährlich in Forschung und Entwicklung. Rund 500 Krebsforschende arbeiten hierzulande für das Unternehmen. Das Regional Center Vienna koordiniert die klinische Forschung in mehr als 30 Ländern. Auch baulich wächst der Standort weiter: In Wien-Meidling entsteht derzeit ein neues Bürogebäude.

„Unser gemeinsames Ziel ist es, innovative Therapien möglichst rasch zugänglich zu machen“, betont Generaldirektor Pavol Dobrocky. Noch heuer wird ein Medikament gegen idiopathische Lungenfibrose erwartet, bis 2028 könnten drei weitere Markteinführungen folgen, vor allem in der Onkologie. Das unterstreicht die Bedeutung von Boehringer Ingelheim als größtes privates Krebsforschungsunternehmen des Landes. Gleichzeitig festigt Wien seine Rolle als Standort für Krebsforschung, biopharmazeutische Entwicklung und Produktion. Beides zeigt: Medizinische Innovation mit großer Wirkung kann ihren Ursprung in Österreich haben.