Frischer Wind in der Fischzucht: Eine Extraportion Sauerstoff für Fische
Lachs, Forelle oder Saibling landen immer häufiger nicht aus dem Meer, sondern aus Aquakulturen auf unseren Tellern. Damit Fischzucht nachhaltig funktioniert, braucht es jedoch weit mehr als sauberes Wasser und gutes Futter. Ein unsichtbarer Faktor entscheidet darüber, wie gesund Fische sind, wie schnell sie wachsen und wie ressourcenschonend produziert werden kann.
Woher kommt der Fisch von morgen?
Die Nachfrage nach Fisch steigt seit Jahren. Gleichzeitig geraten natürliche Fischbestände weltweit zunehmend unter Druck. Schon heute stammt deshalb ein Großteil der weltweit produzierten Speisefische aus Aquakulturen. Moderne Fischzucht übernimmt damit eine immer wichtigere Rolle für die Lebensmittelversorgung. Doch mit der wachsenden Produktion steigen auch die Anforderungen. Fischzuchtbetriebe müssen wirtschaftlich arbeiten, Wasser möglichst effizient nutzen und gleichzeitig das Tierwohl im Blick behalten.
Dabei entscheidet häufig nicht die Größe eines Beckens über den Erfolg einer Anlage, sondern das, was darin gelöst ist. Denn für Fische ist Sauerstoff weit mehr als nur Lebensgrundlage. Er beeinflusst den gesamten Stoffwechsel und damit Wachstum, Gesundheit und Fleischqualität.
- Fisch wird beliebter: 2023 lag der Pro-Kopf-Verbrauch bei 7,8 Kilogramm – ein Plus von mehr als 7 Prozent gegenüber 2021 (7,3 kg) und 2022 (7,2 kg).
- Aquakultur wächst: Die heimische Produktion stieg 2023 um 9,6 Prozent auf 5.170 Tonnen. Dem stehen aber 71.225 Tonnen Gesamtverbrauch gegenüber. Österreich kann seinen Fischbedarf bei Weitem nicht selbst decken und ist auf Importe angewiesen.
- Forellen dominieren: Den größten Anteil der heimischen Aquakultur machen Regenbogen- und Lachsforellen aus, gefolgt von Bachsaiblingen und Bachforellen.
- Neue Gewinner: Besonders stark legten Huchen (+84,3 %) und Elsässer Saiblinge (+17,4 %) zu.
Wenn klassische Belüftung an ihre Grenzen stößt
Viele Aquakulturen versorgen ihre Becken mit Umgebungsluft. Diese besteht allerdings nur zu rund 21 Prozent aus Sauerstoff, der Rest überwiegend aus Stickstoff. Dadurch lässt sich die Sauerstoffkonzentration im Wasser nur begrenzt erhöhen. Gleichzeitig gelangt zusätzlicher Stickstoff in das Wasser, was sich negativ auf die Wasserqualität und die Gesundheit der Fische auswirken kann.
Gerade moderne Kreislaufanlagen, in denen Wasser mehrfach genutzt wird, benötigen deshalb präzisere Lösungen. Ziel ist es, den Sauerstoffgehalt jederzeit genau an den tatsächlichen Bedarf der Tiere anzupassen.
Neue Technologien, wie die Farmox®-Technologie von Messer Austria passen den Sauerstoffgehalt m Wasser bedarfsgerecht an.
Neue Technologie: Präzision statt Gießkannenprinzip
Genau hier setzt die Farmox®-Technologie von Messer Austria an. Statt Umgebungsluft wird reiner Sauerstoff kontrolliert und bedarfsgerecht in das Wasser eingebracht. Sensoren überwachen den Sauerstoffgehalt kontinuierlich und passen die Dosierung automatisch an Faktoren wie Wassertemperatur, Fischart, Besatzdichte oder Fütterungszeiten an. So steht den Fischen jederzeit genau jene Menge Sauerstoff zur Verfügung, die sie tatsächlich benötigen.
Die höhere Löslichkeit von reinem Sauerstoff ermöglicht dabei deutlich höhere Konzentrationen im Wasser als herkömmliche Belüftungssysteme. Das schafft stabile Bedingungen und reduziert Schwankungen im gesamten Zuchtprozess.
Gut für Fisch, Betrieb und Umwelt
Von einer konstanten Sauerstoffversorgung profitieren nicht nur die Tiere. Sie wachsen schneller, verwerten ihr Futter effizienter und entwickeln eine bessere Fleischqualität. Gleichzeitig sinken Stress und Sterblichkeit. Für die Betriebe bedeutet das höhere Besatzdichten bei gleichem Wasservolumen, geringere Betriebskosten und eine bessere Auslastung der Anlagen. Auch die biologische Wasseraufbereitung in Kreislaufsystemen wird durch eine stabile Sauerstoffversorgung unterstützt.
Je nach Beckenart kommen unterschiedliche Eintragssysteme wie Oxycones, keramische Diffusoren, perforierte Schläuche oder schwimmende Schaufelräder zum Einsatz. Messer Austria begleitet Fischzuchtbetriebe von der Planung über die technische Auslegung bis hin zur kontinuierlichen Versorgung mit Sauerstoff.
So funktioniert das Farmox®-System
Damit Fische jederzeit optimal mit Sauerstoff versorgt werden, arbeitet das Farmox®-System automatisiert und bedarfsgerecht.
- Speicherung: Reiner Sauerstoff wird tiefkalt und flüssig in einem isolierten Tank gelagert.
- Verdampfung: Ein Verdampfer wandelt den flüssigen Sauerstoff in gasförmigen Sauerstoff um.
- Steuerung: Eine Regel- und Dosiereinheit gibt genau jene Sauerstoffmenge frei, die aktuell benötigt wird.
- Kontinuierliche Messung: Sensoren überwachen laufend den Sauerstoffgehalt im Wasser.
- Einbringung: Über Oxycones, keramische Diffusoren oder andere Eintragssysteme wird der Sauerstoff effizient im Wasser gelöst.
- Automatische Anpassung: Das System reagiert auf Veränderungen wie Wassertemperatur, Fischart, Besatzdichte oder Fütterungszeiten und sorgt so für eine gleichmäßige Sauerstoffversorgung.
Nachhaltige Fischzucht braucht intelligente Lösungen
Die Aquakultur wird in Zukunft weiter an Bedeutung gewinnen. Um den steigenden Bedarf an Fisch nachhaltig zu decken, braucht es Technologien, die Ressourcen schonen und gleichzeitig hohe Qualitätsstandards ermöglichen. Moderne Sauerstoffversorgung ist dabei weit mehr als eine technische Unterstützung – sie ist ein zentraler Baustein für eine effiziente, wirtschaftliche und tiergerechte Fischzucht. Denn oft entscheidet nicht das Wasser allein über den Erfolg einer Aquakultur, sondern das, was darin gelöst ist.