Millionen-Wahnsinn: Muss Kunst wirklich teuer sein?

Rekordpreise und Millionensummen: Warum ihr Wert nicht nur am Preis hängt und wie die Affordable Art Fair Vienna den Einstieg in die Kunstszene erleichtert.
Zwei Personen betrachten abstrakte Gemälde in warmen Orangetönen an einer weißen Galeriewand.

Als das Gemälde „Salvator Mundi“ von Leonardo da Vinci 2017 für rund 450 Millionen Dollar versteigert wurde, war klar: Der Kunstmarkt kennt nach oben kaum Grenzen. Werke werden hier zu Trophäen, zu Kapitalanlagen und zu Symbolen von Macht und Prestige.

Auch Österreich schrieb jüngst Kunstgeschichte: Ein Werk von Gustav Klimt erzielte bei einer Auktion mehr als 230 Millionen Euro und zählt damit zu den teuersten je versteigerten Bildern weltweit. Christie's und Sotheby's treiben solche Rekorde regelmäßig in neue Höhen. Doch diese Summen werfen eine grundlegende Frage auf: Ist Kunst nur dann wertvoll, wenn sie Millionen kostet?

Was bestimmt den Wert von Kunst?

Der Preis eines Kunstwerks entsteht selten allein durch Material oder handwerkliche Leistung. Vielmehr ist es ein komplexes Zusammenspiel aus Bekanntheit, Seltenheit, Herkunft und Nachfrage. Namen wie Picasso oder Richter fungieren dabei fast wie Marken. Ihr Marktwert speist sich aus jahrzehntelanger Rezeption und internationaler Anerkennung.

Die bekannte Interieur-Journalistin und Autorin Kate Watson-Smyth gibt Tipps, wie man Kunst findet und was sie ausmacht: 

Kunst muss bewegen 

Gleichzeitig betonen Expert:innen immer wieder: Der persönliche Zugang ist entscheidend. Wer Kunst kauft, sollte nicht nur auf potenzielle Wertsteigerung achten, sondern vor allem darauf, ob ein Werk emotional anspricht. Kunst entfaltet ihren Wert nicht nur im Auktionshaus, sondern im Alltag – im eigenen Wohnraum, im wiederholten Betrachten oder auch im Gespräch.

Wenn Kunst leistbar wird: Die Affordable Art Fair Vienna

Genau hier setzt die Affordable Art Fair Vienna an. Vom 28. bis 31. Mai 2026 verwandelt sich die Marx Halle in Wien erneut in einen Treffpunkt für zeitgenössische Kunst – bewusst niederschwellig und zugänglich.

Über 60 Galerien aus Österreich und der ganzen Welt präsentieren dort Tausende Originalwerke, alle in einem klar definierten Preisrahmen zwischen 100 und 10.000 Euro. Das Konzept: Kunst soll nicht abschrecken, sondern einladen – sowohl erfahrene Sammler:innen als auch Neugierige, die ihr erstes Werk erwerben möchten.

Buntes Rahmenprogramm

Neben dem Verkauf steht das Erlebnis im Vordergrund. Führungen geben Einblicke in den Kunstmarkt, Workshops laden zum Mitmachen ein, Live-Painting macht kreative Prozesse sichtbar. Besucher:innen können direkt mit Künstler:innen ins Gespräch kommen – ein Zugang, der im klassischen Auktionsbetrieb kaum möglich ist.

Ein besonderer Fokus liegt heuer auf internationalen Positionen, darunter auch spanische Galerien. Sie geben besondere Eindrücke in eine der dynamischsten Kunstszenen Europas. Ergänzt wird das Programm durch Kooperationen, etwa mit dem mumok, das Angebote für Familien gestaltet. Kulinarisch werden Besucher:innen durch Köstlichkeiten von Mochi sowie einem Matcha Café verwöhnt. Gepaart mit atmosphärischen Inszenierungen wird der Messebesuch dann zu einem Gesamterlebnis für alle Sinne.

Kunst, aber leistbar: Ein Vorgeschmack auf die Affordable Art Fair Vienna 2026: 

Zwei Frauen betrachten gemeinsam Kunstwerke in einer Galerie, eine zeigt auf ein Bild im Hintergrund.

Kunst zum Anfassen: Auf der Affordable Art Fair Vienna kommt man Werk und Künstler:innen nahe. 

Frau mit langen blonden Haaren in Skikleidung und Skibrille hält einen Ski vor verschneiten Bergen.

Bakerhouse Gallery: "Lumière des Alpes" von Irina Biatturi

Drei Personen betrachten gemeinsam ein Smartphone in einer modernen, hellen Umgebung mit Kunstwerken an den Wänden.

Wie wirkt das Kunstwerk auf mich und auch andere? Eine Frage, die beim Kauf durchaus eine wichtige Rolle spielt. 

Mehrstöckiges Gebäude hinter Palmen und üppigem Grün unter klarem, blauem Himmel.

Anquins Art Gallery: "Excursión" von Laura Niet

Buntes, abstraktes Gemälde einer Hügellandschaft mit Haus und Kreuz auf einem Gipfel.

Bakerhouse Gallery: "Reichsteinhütte" von Lewis Baker

Eine Frau spricht in einer Gruppe von Erwachsenen, umgeben von großen grünen Pflanzen in einem Innenraum.

In Workshops kann man sein Wissen ausbauen.

Eine nachdenkliche Person lehnt am Fenster, trägt ein weißes Oberteil und einen blauen Rock, Tageslicht fällt herein.

Anquins Art Gallery: "Al sol" von Alejandra Caballero 

Ein Mann befestigt mit rotem Klebeband Luftpolsterfolie auf einem Tisch, während zwei weitere Personen zuschauen.

Der Kontakt mit den Galerien und Künstler:innen ist sehr wichtig. 

Weite, abstrakte Landschaft mit einem breiten, weißen Fluss, umgeben von braunen und grauen Feldern unter grauem Himmel.

"Desborde VII" von José Naranjo

Vier Personen unterhalten sich in einer Galerie mit bunten, abstrakten Kunstwerken an den weißen Wänden.

Zusammenkommen: Auch gute Gespräche sind eine Kunstform.

Zwei hohe Mauern bilden eine enge Gasse, am Ende ist Licht und eine Straßenlaterne sichtbar.

"El dia" von Óscar Vázquez 

Zwischen Investment und Emotion

Der Kunstmarkt bewegt sich heute zwischen zwei Polen: auf der einen Seite spektakuläre Rekordverkäufe, auf der anderen ein wachsender Wunsch nach Zugänglichkeit. Plattformen, Messen und Editionen öffnen neue Wege, Kunst zu entdecken – unabhängig vom Budget.

Und spätestens ein Besuch bei der Affordable Art Fair Vienna zeigt: Kunst muss nicht teuer sein, um wertvoll zu sein. Ihr Preis entsteht am Markt, ihr wahrer Wert jedoch im Kopf der Betrachter:innen und genau das macht sie so essentiell. 

Weißes Affordable Art Fair Logo auf pinkem Hintergrund.

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