Gründungsboom in Wien: so viele neue Unternehmen wie noch nie

Viele Menschen flanieren auf der Mariahilfer Straße mit Geschäften wie BIPA und TISS.
Im vergangenen Jahr wurden laut Wirtschaftskammer Wien rund 11.000 Unternehmen gegründet. Die meisten davon im Segment Gewerbe und Handwerk.

Allzu rosig ist die wirtschaftliche Lage nicht. Woran man den vorherrschenden Pessimismus aber nicht erkennen kann, ist die Anzahl der Neugründungen in Wien. Im Gegenteil, im vergangenen Jahr haben so viele den Schritt ins Unternehmertum gewagt wie noch nie.

Laut Wirtschaftskammer Wien wurden 2025 fast 11.000 Unternehmen aus der Taufe gehoben. Das sind sogar 9,2 Prozent mehr im Vergleich zum Vorjahr, wo mit 10.072 Neugründungen erstmals die 10.000er-Marke geknackt worden war. „Nirgends werden jedes Jahr so viele neue Unternehmen gegründet wie in Wien“, sagt Walter Ruck, Präsident der Wirtschaftskammer Wien (WKW). „Das beweist eindrucksvoll, wie attraktiv unser Standort für Menschen mit Ideen, Mut und Unternehmergeist ist. Wien ist der beste Platz für Wirtschaftstreibende und die, die es werden wollen.“

Wirtschaftliche Effekte

Zwar gab es mit einem Plus von 17,2 Prozent großen Zuwachs im Bereich „Information und Consulting“, in den auch viele IT-Unternehmen fallen, die meisten Neugründungen passieren aber im Bereich Gewerbe und Handwerk.

Rund ein Drittel gründete in diesem Segment. Die wirtschaftlichen Effekte sind jedenfalls nicht zu vernachlässigen, wie die WKW vorrechnet: Durch die Neugründungen wurden 13.000 neue Arbeitsplätze geschaffen, 632 Millionen Euro an Steuern und Abgaben gezahlt und eine direkte Wertschöpfung von 895,8 Millionen Euro erzeugt, was 0,84 Prozent der gesamten Wertschöpfung in Wien entspricht.

Wenn man die vor- und nachgelagerten Bereiche dazu zählt, ergibt sich ein gesamter Wertschöpfungseffekt von 1,5 Milliarden Euro. Der durchschnittliche Gründer in Wien ist jung, nämlich 36,1 Jahre alt; die meisten Gründer, rund ein Drittel, sind 30 bis 40 Jahre alt.

Auch die Motive wurden von der WKW abgefragt. Demnach wollen fast drei Viertel ihre Zeit- und Lebensgestaltung flexibler organisieren. Fast ebenso viele, 72,3 Prozent, möchten lieber ihr eigener Chef sein.

Knapp 60 Prozent sind davon überzeugt, dass sie die Verantwortung, die sie zuvor im Angestelltenverhältnis getragen haben, im eigenen Unternehmen besser einbringen können. „Selbstständigkeit und sich in Wien mit einem Unternehmen auf die eigenen Beine zu stellen, ist vor allem für junge Menschen sehr attraktiv, was unseren Wirtschaftsstandort zusätzlich positiv beeinflusst“, sagt Ruck.

Favoriten auf Platz 1

Auch bei den Bezirken gibt es klare Sieger: Am meisten wurde in Favoriten gegründet (1.015 Unternehmen), auf Platz 2 folgt die Donaustadt (1.004 Unternehmen) und den 3. Platz ergatterte die Landstraße (778 Unternehmen).

Die Angebote der WKW würden sehr gut angenommen. 2025 hätten die Expertinnen und Experten rund 48.000 Gründungsberatungen durchgeführt.

Der neue Rekord zeige, „dass Wien nicht nur jene anzieht, die ihre Idee in ein Unternehmen verwandeln möchten, sondern ihnen auch ein Umfeld bietet, in dem diese Unternehmen nachhaltig wachsen können“, so Rucks Fazit.

Kommentare