Wienerin der Woche: Die Archäologin Caroline Posch
Die Geschichte der Menschheit hat sie schon als Sechsjährige interessiert, so sehr, dass ihr ihre Mutter bei Museumsbesuchen ernst erklären musste: „Das darf man nur angreifen, wenn man Archäologin ist.“
Caroline Posch lächelt. Seit vier Jahren arbeitet sie nunmehr in der Abteilung für Prähistorie im Wiener Naturhistorischen Museum.
Zum ausführlichen Gespräch mit Caroline Posch
Daher weiß sie, dass das Angreifen von zigtausend Jahre alten Artefakten zum einen berühren, zum anderen aber auch frustrieren kann: „Du hast etwas in der Hand, was vor sehr langer Zeit ein Mensch erzeugt und auch verwendet hat. Aber du kommst nicht über diesen einen letzten Punkt hinweg.“
Der da wäre? „Es ist nicht mehr möglich, noch weitere Fragen zu stellen.“
Immerhin lässt sich einiges rekonstruieren, auch über den Alltag der Kinder in der Eiszeit, der seit 2025 Thema der neugestalteten Dauerausstellung im NHM ist. Kinder sind für die Wissenschafterin und Kuratorin ein wichtiges Anliegen: „Die Archäologie hat sich erst spät mit der Lebenswelt der Frauen in der Urzeit beschäftigt. Noch länger blieben die Kinder unerforscht.“
Dabei war wohl jeder zweite Mensch in einer Steinzeitgruppe jünger als zwölf Jahre, gingen auch einige Innovationen – wie man heute weiß – von den Jüngsten aus.
Und was aßen Wiens Eiszeitkinder? „In den Perioden, in denen es verhältnismäßig kalt war, gab es zumeist Rentier-, Wisent- und Pferdefleisch. Auch Vogeleier, Insekten, Maden.“
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