© Magdalena Willert

Chronik Wien
08/27/2021

Wiener Stadtstraße: Klimaschützer errichten Protestcamp

Erneut äußern Aktivisten Freitagabend ihren Unmut über das geplante Straßenbauprojekt. Es kam im Sommer bereits zu mehreren Demos.

Klimaschützer fordern einen Baustopp der Stadtstraße Aspern und eine Absage der Lobau-Autobahn und haben am Freitagabend ein „Camp für die Lobau“ in Hirschstetten errichtet. Rund 400 Demonstranten zogen am frühen Abend nach Angaben von "Fridays For Future" von der U-Bahn-Station Hausfeldstraße zur Parkanlage bei der Anfanggasse nahe der Baustellen. Die Veranstalter erwarteten, dass rund 80 Aktivisten auch im Camp übernachten werden.

Neben einer kleinen Bühne seien bereits gut 20 kleinere Zelte und einige Pavillons aufgebaut, schilderte Lena Schilling, Aktivistin vom Jugendrat, Freitagabend gegenüber der APA. Organisiert wurde das Protestcamp unter anderem von "Fridays for Future", "System Change, not Climate Change!" und "Extinction Rebellion". Mindestens eine Woche lang wollen sie mittels Workshops, Vernetzung und Aktionen in der Parkanlage bei der Anfanggasse „ein Zeichen gegen die klimazerstörende Politik der Stadtregierung setzen“, wie es in einer Aussendung hieß.

"Politik aus dem letzten Jahrtausend"

„Die SPÖ Wien betreibt Politik aus dem letzten Jahrtausend und macht dadurch das Erreichen von Österreichs Klimazielen unmöglich“, kritisierte Mirjam Hohl von "Fridays For Future". „Die Betonpartei hält noch immer an dem Bau der Stadtstraße fest und unterstützt damit eines der teuersten und klimaschädlichsten Straßenbauprojekte in der jüngeren Geschichte“, befand auch Schilling.„Die Bauarbeiten für die Stadtstraße müssen sofort gestoppt werden, denn die Klimakrise lässt uns keine Verhandlungsbasis.“

Geplantes Projekt

Zum Hintergrund: Nach den Vorarbeiten soll mit dem Bau der Stadtstraße Ende des heurigen Jahres begonnen werden, die Verkehrsfreigabe ist für Ende 2025 avisiert, das Bauende 2026 geplant, die valorisierten Projektkosten belaufen sich auf rund 460 Millionen Euro.

Bei der Stadtstraße handelt es sich um eine Verbindungsstraße. Die 3,2 Kilometer lange Strecke soll die Südosttangente (A23, Anschlussstelle Hirschstetten) mit der S1-Spange Seestadt Aspern bei der Anschlussstelle Seestadt West verbinden. Sie gilt als ebenso umstritten wie der geplante Lobautunnel.

Bereits mehrere Proteste

Bereits im Juli kam es anlässlich der Vorarbeiten zu dem Projekt zu Protesten von Klimaschützern. Die Demo damals verlief friedlich, fünf Personen wurden laut Polizei aber vorläufig festgenommen, denn sie hätten sich nach der Auflösung der nicht angemeldeten Versammlung durch die Polizei geweigert, die Örtlichkeit zu verlassen. Weitere Proteste, ebenfalls ohne  Zwischenfälle, folgten Mitte August.

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