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Chronik Wien
12/05/2019

Wiener Spitäler bekommen neue Namen - die alten Probleme bleiben

Im Jänner beginnt die Umbenennung der KAV-Häuser. Die Strukturreform lässt weiter auf sich warten.

von Josef Gebhard

Für die Auslagerung der Wiener Gemeindespitäler gibt es immer noch keinen fertiges Gesetz, ungeachtet dessen startet deren geplante Umbenennung mit Jahresbeginn. Der entsprechende Antrag soll noch im Dezember im Gemeinderat beschlossen werden, kündigt Gesundheitsstadtrat Peter Hacker (SPÖ) gegenüber dem KURIER an.

Anstelle von oft sehr langen und komplizieren Namen kommen einfache, einheitliche Bezeichnungen. So wird zum Beispiel aus dem SMZ Ost / Donauspital die Klinik Donaustadt (siehe Grafik unten). Die Dachmarke Wiener Krankenanstaltenverbund (KAV) wird in Wiener Gesundheitsverbund umgetauft. Damit soll stärker zum Ausdruck gebracht werden, dass der Träger nicht nur Spitäler, sondern auch auch Pflegewohnhäuser umfasst, betont Hacker. Letztere erhalten ebenfalls neue Namen, die sich nach dem jeweiligen Heimat-Bezirk bzw. -Bezirksteil richten (z.B. Pflege Leopoldstadt).

Übergangsphase

Wer sich kurz nach Neujahr in die Klinik Favoriten aufmacht, wird aber noch im Kaiser-Franz-Josef-Spital ankommen. Denn für die Umstellung hat sich der KAV ab Jahresbeginn eine rund sechsmonatige Übergangsfrist gegeben, schildert eine Sprecherin. In dieser Phase sollen schrittweise die wichtigsten Umstellungen erfolgen – vom neuen Online-Auftritt, über die Schriftzüge auf den Spitalsgebäuden bis hin zu den Namenschildern auf der Dienstbekleidung. Voraussichtlich für Mai oder Juni wird dann ein Tag X bestimmt, ab dem dann alle Häuser und der Träger offiziell mit ihren neuen Namen auftreten. Kleine Umstellungsmaßnahmen wird es auch noch danach geben.

Über die Kosten kann der KAV noch keine Auskunft erteilen. In vielen Bereichen werden aber keine zusätzlichen Ausgaben nötig sein, betont die Sprecherin. Beispielsweise bei Info-Broschüren oder Bekleidung, die ohnehin in recht kurzen Abständen regelmäßig neu angeschafft werden. Auch der Web-Auftritt des KAV wäre ohne die Umbenennungen erneuert worden.

Die Opposition bleibt skeptisch: „Durch die unnötige Umbenennung sollen die zahlreichen Skandale und Probleme im KAV vergessen gemacht werden“, sagt ÖVP-Gesundheitssprecherin Ingrid Korosec. „Die dringend notwendige Reform zur Neuorganisation des KAV verschiebt Hacker hingegen auf unbestimmte Zeit.“

Die geplante Umwandlung des KAV in eine Anstalt öffentlichen Rechts hätte ursprünglich schon Anfang 2019 erfolgen sollen. Sie soll dem Träger mehr Autonomie in Finanz- und Personalfragen bringen. Hacker peilt nun das Jahr 2020 für die Umsetzung an. Derzeit sei noch „juristische Feinarbeit“ nötig.

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