Chronik | Wien
07.11.2018

Wiener Rudolfstiftung: Laut KAV keine Gefahr durch Asbest

Neues Gutachten bestätigt, dass Mitarbeiter und Patienten wegen Asbestsanierungen keinem Gesundheitsrisiko ausgesetzt sind.

Nach den Debatten um angebliche Pfuschereien bei der Beseitigung von Asbest im Krankenhaus Rudolfstiftung und diesbezügliche Expertisen ist nun der Krankenanstaltenverbund ( KAV) in die Offensive gegangen: Für Patienten und Mitarbeiter bestehe keine Gefahr, wurde am Mittwoch – untermauert durch ein aktuelles Gutachten – versichert.

Für die Raumnutzer lag „weder ohne, noch während und nach den Sanierungsarbeiten“ ein „relevantes Risiko“ vor, heißt es in den Papier.

Ins Rollen gekommen war die Causa nach Medienberichten, wonach das Spital in Wien-Landstraße wegen unsachgemäßer Beseitigung des krebserregenden Materials nach wie vor massiv belastet sein soll.

Mängel bei Stationssanierung

Der KAV räumte zwar ein, dass 2014 im Zuge einer Stationsrenovierung Mängel bei der Asbestsanierung festgestellt wurden (das Material befand sich im Estrich, Anm.).Der Stoff sei dann aber vorschriftsgemäß entfernt worden, erklärte der Sachverständige Robert Sedlacek.

 

Dass während der Sanierungen jemals eine gesundheitliche Gefährdung für Patienten oder Mitarbeiter bestanden hätte, könne er ausschließen.

Seine Darstellung bestätigt auch das Arbeitsinspektorat: Nach dem „Erkennen der Gefahrensituation bei den Fußböden“ seien geeignete Maßnahmen getroffen worden, teilt eine Sprecherin mit.

Keine Veröffentlichung

Laut KAV wurden bisher 80 Prozent der durch Asbest verunreinigten Gebäudeteile saniert.

Kritik an der Informationspolitik ließ Vize-Generaldirektor Herwig Wetzlinger nicht gelten. Die ÖVP hatte moniert, dass der KAV zwei Asbest-Gutachten aus dem Jahr 2014 nicht veröffentlicht.

Dabei handle es sich lediglich um „technische Handlungsanleitungen“, die nicht von einem Asbestexperten erstellt worden seien, erklärte Wetzlinger.

Der ÖVP reicht diese Erklärung nicht. „Aufklärende Dokumente dürfen nicht zurückgehalten werden“, sagt Gesundheitssprecherin Ingrid Korosec.