Saisonstart der Wiener Bäder

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Chronik Wien
05/27/2020

Bäderampel und Babyelefant: Die neuen Regeln in Wiens Bädern

Ab 29. Mai gelten im Pool und auf der Liegewiese Mindestabstände. Eine Bäderampel zeigt, für welche Bäder es noch Tickets gibt.

von Bernhard Ichner

Zehn Quadratmeter Liegewiese pro Person und sechs Quadratmeter vom Pool pro Gast. Dazu Mindestabstände in Schwimmbecken bzw. Naturgewässern. Und Vorverkaufs- statt Saisonkarten. Wenn am kommenden Freitag (29.Mai) 30 Wiener Bäder verspätet in die Sommersaison starten, wird vieles nicht mehr so sein wie gewohnt.

Um während der Corona-Krise einen möglichst risikofreien Badebetrieb zu ermöglichen wurde die Hausordnung in 17 Sommer- und zehn Familienbädern, in den Hallenbädern Hütteldorf und Brigittenau samt Außenanlagen sowie im Freibereich des Jörgerbads um etliche Regeln erweitert. Dazu gehört auf dem gesamten Badegelände ein Mindestabstand von einem Meter zu anderen Badegästen - ausgenommen sie wohnen im selben Haushalt natürlich. "Es spricht also nichts dagegen, sich mit seiner Familie ein Badetuch zu teilen", betont Bäder-Stadtrat Jürgen Czernohorszky (SPÖ).

Babyelefant im Pool

Der sinnbildliche Babyelefant muss aber auch mit ins Wasser. Im Schwimmbecken sind ein bis zwei Meter Mindestabstand zu anderen Badenden vorgeschrieben und in Naturgewässern drei bis vier Meter. Das beliebte Sich-am-Beckenrand-in-der-Sonne-rekeln ist dafür heuer verboten. Und in Innenräumen - also Umkleiden und Sanitärräumen - sind Schutzmasken Pflicht. Saunen bleiben bis auf Weiteres geschlossen.

Saisonstart der Wiener Bäder

Ansammlungen seien grundsätzlich zu vermeiden, sagt Czernohorszky. Ein "geregeltes Anstellen" bei Wasserrutschen, Sprungtürmen und Gastronomie bleibe aber erlaubt.

Schwierige Kontrolle

Da stellt sich natürlich die Frage, wie die Mindestabstände auf der Liegewiese und im Pool kontrolliert werden sollen. Den Meldezettel werden die Wenigsten in der Badehose einstecken haben. Da erfordere es "viel Fingerspitzengefühl" seitens des Badpersonals, meint der Stadtrat - der zudem an die Eigenverantwortung der Badegäste appelliert.

Besonders renitente Gäste würden aber durchaus des Bades verwiesen oder der Polizei gemeldet.

Vorverkaufstickets

Eine der wichtigsten Neuerungen betrifft den Eintritt in die 30 Wiener Bäder - der ist ab Freitag nur mehr mit Einzeltickets möglich. Monats- oder gar Saisonkarten gibt es heuer nicht.

Saisonstart der Wiener Bäder

Wer Lust auf Abkühlung hat, hat also zwei Optionen: den Kauf eines Tagestickets oder den erfolgversprechenderen Kauf eines drei Tage gültigen Vorverkaufstickets (beides kostet für Erwachachsene 3, für Jugendliche von 15 bis 18 Jahre 2 und für 7- bis 14-Jährige 1 Euro). Erhältlich sind die Karten (für ein bestimmtes Bad) in allen Sommer- und Familienbädern sowie im Amalienbad. "In allen Bädern können die Tickets für alle Bäder gekauft werden", erklärt Bäder-Chef Hubert Teubenbacher. Für die Vorverkaufskartenbesitzer gibt es eigene Eingänge. Online-Tickets gibt es nicht.

Wer im Vorjahr eine Saisonkarte hatte, schaut heuer aber nicht komplett durch die Finger. Mit Saisonkarte 2019 kostet das Tagesticket nur 2 Euro für einen Erwachsenen.

Bäderampel zeigt Auslastung

Die neue Bäderampel auf www.wien.gv.at/baederampel bzw, der "Stadt Wien Live"-App informiert tagesaktuell über die Auslastung der einzelnen Bäder. Grün signalisiert Interessenten, dass noch reichlich Tagestickets verfügbar sind, Hellgelb bedeutet: Es gibt noch 30 Prozent des Kontingents, bei Dunkelgelb sind es noch 10 Prozent. Und wenn die rote Ampel aufscheint, bedeutet das, dass man sich den Weg zum Bad an diesem Tag sparen kann. Wenn die maximale Besucheranzahl erreicht ist, wird an den Bädern zudem die blaue Fahne gehisst.

Saisonstart der Wiener Bäder

Die Vorgaben der Bundesregierung im Hinblick auf Corona bedeuten in Wien eine Reduktion der Badegäste auf rund ein Drittel des normalen Fassungsvermögens. In den 17 Sommerbädern können sich damit bis zu 40.000 Erholungssuchende gleichzeitig aufhalten. Die Zutrittsmöglichkeiten richten sich nach der Größe der einzelnen Standorte: So dürfen etwa ins Sommerbad Hadersdorf-Weidlingau 350 Badegäste gleichzeitig, ins Sommerbad Döbling 1.695, ins Strandbad Alte Donau 2.630 oder ins Gänsehäufel 13.075.

Der Stadt Wien entgehen durch die Verringerung der Kapazitäten und die Reduktion der Eintritte in der Sommersaison rund 3,5 Millionen Euro.