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Chronik Wien
12/03/2019

Wien will vorerst keinen neuen S-Bahntunnel

Michael Ludwig setzt auf Verbindungsbahn, Südbahnstreckenausbau und verlängerte Bahnsteige - nicht auf Tunnel.

von Martin Gebhart

Zwei Milliarden Euro kostet das 2. Schienen-Infrastruktur-Paket, das Wiens Bürgermeister Michael Ludwig (SPÖ) gemeinsam mit ÖBB-General Andreas Matthä im Rathaus präsentierte. Es soll das S-Bahnnetz in und rund um die Bundeshauptstadt entscheidend verbessern. Die von Niederösterreich gewünschte zusätzliche 2. Stammstrecke inklusive einer Untertunnelung von Wien ist noch nicht dabei.

Für Bürgermeister Ludwig könnte die geplante Verbindungsbahn S 80 eine solche 2. Stammstrecke sein. Diese durchquert Wien von West nach Ost (siehe Grafik) – von Hütteldorf nach Aspern. Der Abschnitt bis Aspern ist seit Ende des Vorjahres bereits in Betrieb, der Lückenschluss zwischen Hütteldorf und Meidling muss erst erfolgen. Für Ludwig ist das vorerst die bessere und schnellere Lösung. Aber: „Es schließt nicht aus, dass wir in weiterer Folge auch zu einer 3. Stammstrecke kommen.“

Zusage von Bund nötig

Grundsätzlich betonten Ludwig und Matthä, dass bezüglich des öffentlichen Verkehrs die Zusammenarbeit in der Ostregion gut funktioniere. Ludwig: „Diese positive Zusammenarbeit wird nun mit dem Schienen-Infrastruktur-Paket 2 fortgesetzt.“ Die Gesprächsbasis mit NÖ sei gut – auch zur S-Bahn.

Verpackt sind in den Zwei-Milliarden-Programm unter anderem: der Südbahnstreckenausbau zwischen Meidling und Mödling, eine moderne Zugsteuerung sowie länger Bahnsteige auf der Stammstrecke zwischen Meidling und Floridsdorf – „Dadurch können statt wie aktuell 700 Züge am Tag in Zukunft bis zu 900 Züge unterwegs sein“ (Matthä). Weiters die Modernisierung des Bahnhofs Hütteldorf und des Streckenabschnitts zwischen Hütteldorf und Penzing oder die Modernisierung von zwölf Bahnhöfen. Darunter Matzleinsdorfer Platz, Handelskai, Liesing oder der Franz Josefs Bahnhof. Jetzt muss noch mit der neuen Bundesregierung verhandelt werden. Immerhin zahlt der Bund 80 Prozent, der Rest kommt von Wien und Niederösterreich.

Dort begrüßte man die Aussagen von Michael Ludwig und Andreas Matthä. Verkehrslandesrat Ludwig Schleritzko (ÖVP): „Viele unserer Forderungen, wie etwa der Ausbau der Bahnsteige werden nun umgesetzt. Das ist eine gute Nachricht für Pendler. Noch im letzten Jahr hieß es, dass dies nicht möglich sei.“ Auf eine zusätzliche Stammstrecke pocht man dennoch. Bund und ÖBB seien deswegen gefordert, gemeinsam mit Wien und NÖ „die Grundlagen für ein derartiges Projekt zu schaffen“.

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