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© APA/GEORG HOCHMUTH / GEORG HOCHMUTH

Chronik Wien
01/16/2019

Wien: So viele Anzeigen gegen Drogenlenker wie noch nie

Polizei-Bilanz über Anzeigen im Straßenverkehr: Cannabis ist das Hauptproblem, Anzeigen gegen Alkolenker gehen zurück.

von Konstantin Auer, Birgit Seiser

Im Jahr 2018 gab es in Wien 1354 Anzeigen gegen Lenker unter Drogeneinfluss. Das sind so viele wie noch nie zuvor. „In den letzten eineinhalb Jahren haben wir viele Polizistinnen und Polizisten zu Experten ausgebildet, die auf das Erkennen von Drogenlenkern spezialisiert sind“, begründet der Leiter der Wiener Verkehrspolizei, Michael Takács diese Entwicklung.

Außerdem sei die Kontrolldichte erhöht worden. „Im Moment ist es so, dass wir bei vielen Schwerpunktaktionen mehr Drogen- als Alkolenker aufgreifen“, sagt Takács .

 

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Die Experten der Polizei stellen in erster Linie über das Verhalten und andere Merkmale wie erweiterte Pupillen oder die motorischen Fähigkeiten fest, ob ein Lenker unter Drogeneinfluss stehen könnte. Ist das der Fall, wird der Amtsarzt eingeschaltet. Der nimmt schließlich einen Drogentest vor. In Wien ist bei allen Schwerpunktaktionen ein Amtsarzt dabei.

Problemfall Cannabis

Paul Eidenberger, Sprecher der Wiener Landespolizei, sagt, dass vor allem Cannabis ein Problem im Verkehr darstelle: „Es kann einfach konsumiert werden, ist billig und wird von vielen nicht als gefährlich wahrgenommen oder gar verharmlost“. Es beeinträchtige die Fahrtüchtigkeit aber erheblich.

Am zweithäufigsten werden Lenker unter Kokain- oder Amphetamineinfluss angezeigt. Die Polizei geht aber von einer großen Dunkelziffer bei diesen Delikten aus. Deshalb würden verstärkt Suchtmittelplanquadrate durchgeführt werden.

Alkolenker

Die Anzeigen gegen Lenker, die zu viel Alkohol getrunken haben, gehen hingegen seit Jahren tendenziell zurück. 2018 waren es in Wien 3048 wegen Überschreitung von 0,8 Promille und 1431 gegen Personen mit mehr als 0,5 Promille.

Das sind zwar immer noch mehr als wegen Suchtmittelkonsums, aber: „Beim Alkohol sind viele schon sensibilisiert, das Problembewusstsein ist gestiegen“, sagt Eidenberger. Diese Anzeigen sind das Ergebnis von 12.444 Alkomattests und 411.682 Alkovortests.

Das letzte Jahr auf Wiens Straßen in Zahlen

Im Jahr 2018 gab es also 1345 Anzeigen gegen Fahrer unter Suchtmitteleinfluss. 2017 waren es noch 1039 Anzeigen. Seit Jahren steigt diese Zahl an:
2014 sind es etwa noch 398 Personen gewesen.

Die Anzeigen wegen Fahrens in betrunkenem Zustand gehen die letzten Jahren tendenziell zurück. Im Jahr 2018 waren es 4479 Anzeigen, im Jahr 2017 waren es 4369 (über 0.5 und 0.8 Promille jeweils zusammengerechnet).

Die Wiener Polizei hat 2018 12.444 Alkomat- und 411.682 Vortests durchgeführt. Der Unterschied: Vortestgeräte sind nicht eichfähig. Daher sind mit einem positiven Schnelltest noch keine  Strafen verbunden. Beide messen den Atemalkoholgehalt.

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