© privat

Chronik | Wien
05/11/2019

Alarmstufe 5: Großbrand in Simmering

Das Haus wurde evakuiert, eine 87-Jährige und eine Familie erlitten Rauchgasvergiftungen. Um 21.45 Uhr hieß es "Brand aus"

Der Enkplatz wird geräumt, Teile des brennenden Daches stürzen in die Tiefe, die Rauchsäule ist kilometerweit sichtbar. Gegen 10 Uhr wurde die Feuerwehr am Samstag zu einem Großbrand am Simmeringer Enkplatz gerufen. Eine Funkstreife der Polizei hatte den Rauch aus dem Mehrparteienhaus bemerkt und Alarm geschlagen. Binnen weniger Stunden stand das gesamte Hausdach in Flammen, was zum teilweisen Einsturz führte. "Bitte meiden Sie das Gebiet", twitterte die Polizei.

Etwa 200 Menschen mussten aus der Wohnhausanlage mit zehn Stiegen und 150 Wohnungen evakuiert werden. Der Katastrophenzug der Wiener  Rettung kümmerte sich um sie. Das Feuer breitete sich immer weiter aus und griff schließlich auch auf ein angrenzendes Haus über, in dem sich auch Räumlichkeiten der benachbarten Pfarre befinden. Die Feuerwehr rief Alarmstufe 5 aus.

Am Ende des Einsatzes vermeldete die Rettung fünf verletzte Personen. Eine 87-jährige Frau und eine vierköpfige Familie wurden mit Verdacht auf  Rauchgasvergiftungen in Spitäler gebracht. 180 Feuerwehrmänner waren mit 40 Fahrzeugen im Einsatz. Drei Löschbereitschaften bekämpften die Flammen mit zwei Drehleitern und zwei Teleskopmastbühnen, was ihnen bis zum frühen Nachmittag großflächig gelang.

"Dieser Brand ist eine besondere Herausforderung", sagte Feuerwehrsprecher Gerald Schimpf. Da das Dach teilweise einstürzte, war ein Innenangriff im Dachbereich für die Feuerwehrmänner  zu gefährlich. Bezirksvorsteher Paul Johann Stadler (FPÖ) kam  zum Enkplatz, als er vom Brand hörte. "Ich wollte mir ein Bild von der Zerstörung machen", sagte er.

Großräumige Sperren

Der Enkplatz wurde für Passanten gesperrt. Gas- und Stromleitungen waren zwar abgedreht, durch Reste in den Gasleitungen bestand dennoch Explosionsgefahr. Die Brandursache  war am Samstag noch unbekannt; die Kriminalpolizei hat Ermittlungen aufgenommen. Die betroffnen Dachgeschoßwohnungen dürften großteils zerstört worden sein.

Der Einsatzbereich zwischen Grillgasse und  Kopalgasse war inklusive  Simmeringer Hauptstraße für den gesamten Verkehr gesperrt. Die Straßenbahnlinie 71  fuhr nur zwischen Börse und St. Marx sowie zwischen Grillgasse und Zentralfriedhof.

Die Polizei unterstützte mit 50 Beamten und einem Helikopter den Einsatz, leitete den Verkehr um und ermahnte Schaulustige.

Gut zehn Stunden nach der ersten Alarmierung hat die Wiener Berufsfeuerwehr am Samstagabend den Brand im Dachgeschoß eines Hauses in Simmering unter Kontrolle gebracht. Das teilten die Einsatzkräfte gegen 20.00 Uhr mit. Die Alarmstufe 5 bleibe aufrecht, und man kämpfe weiter gegen die Flammen - "der Brand ist aber eingehegt, nun geht es sukzessive an Nachlöscharbeiten", hieß es in einer Aussendung.

Um 21.45 Uhr konnte "Brand aus" vermeldet werden, die Feuerwehr blieb aber die ganze Nacht vor Ort.