Bezirk will Neustart für Umgestaltung am Schwedenplatz

Die Stadt will den Umbau vorerst nicht umsetzten. Der Bezirk behilft sich mit oberflächlichen Maßnahmen und fordert eine Neuplanung.
Der Schwedenplatz ist von Öffi-Haltestellen, Autoverkehr und Imbissständen geprägt. Über dessen Umbau wird seit dreizehn Jahren diskutiert.

Es ist inzwischen dreizehn Jahren her, dass die Stadt die Umgestaltung des Schwedenplatzes beschlossen hat. Vorgenommen hatte man sich eine Generalsanierung des Areals inklusive Morzinplatz, in der Realität herrscht jedoch Stillstand.

Der Umbau rückt nun erneut in weite Ferne. Denn laut Büro der zuständigen Stadträtin Ulli Sima (SPÖ) ist die Neugestaltung „nicht prioritär“, es gebe auch „keine Vorbereitungen für eine Umgestaltung“, wie der Standard berichtete.

Dass der Umbau weiterhin auf die lange Bank geschoben wird, hat mehrere Gründe.

In Zeiten des Spardrucks sind die Kassen der Stadt leer. Durch die geplante Verkehrsberuhigung der Innenstadt steht die Umgestaltung außerdem unter völlig neuen Vorzeichen. Einfahrten sollen nur noch eingeschränkt möglich sein und durch Kameras kontrolliert werden.

Obsolet würden dadurch auch Parkplätze, da Autofahrer nur noch in Parkgaragen stehen dürften. Inklusive Ausschreibung für die Zufahrtskontrollen und tatsächlicher Umsetzung ist laut Sima mit der autofreien City aber nicht vor 2030 zu rechnen.

Bezirk will Neustart

Ein „Zurück an den Start“ und neuen Architekturwettbewerb fordert Bezirkschef Markus Figl (ÖVP) auf KURIER-Anfrage. Zur Erinnerung: Beschlossen wurde eine Generalsanierung des Platzes im Jahr 2012, damals noch unter Rot-Grün mit Maria Vassilakou (Grüne) als Vizebürgermeisterin und Planungsstadträtin.

Es wurden Bürger befragt, ein Leitbild erstellt und ein Wettbewerb ausgeschrieben. Präsentiert wurde das Siegerprojekt 2016, Baustart sollte 2018 sein. Der musste jedoch auf 2019 verschoben werden, doch auch draus wurde nichts, da sich Stadt und Bezirk nicht über den Umfang der Umgestaltung einigen wurden.

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Das Siegerprojekt aus 2016 des Münchner Büros realgrün Landschaftsarchitekten.

2020 zogen schließlich die Neos als Koalitionspartner der SPÖ in die Stadtregierung ein. Mit dem Ausscheiden der Grünen verschwanden die Umgestaltungspläne in der Schublade.

"Gab nie einen konkreten Auftrag"

Die MA 28 (Straßenverwaltung und Straßenbau) erklärt auf Anfrage außerdem, dass es „nie einen konkreten Planungsauftrag“ gegeben habe. „Das Projekt wurde daher nicht umgesetzt oder auf den Weg gebracht.“

Die Gestaltung des Schwedenplatzes ist nach wie vor ein großes Anliegen des Bezirkes. Das haben wir der Stadt auch mehrfach mitgeteilt. 

von Markus Figl

Bezirksvorsteher Innere Stadt

Laut Figl sei die Gestaltung des Schwedenplatzes dem Bezirk nach wie vor ein großes Anliegen: „Das haben wir der Stadt auch mehrfach mitgeteilt. Als Bezirk können wir ein Projekt dieser Dimension jedoch weder finanziell noch organisatorisch allein stemmen, daher sind wir auf Mittel der Stadt Wien angewiesen.“

Statt einer großen Umgestaltung hat der Bezirk währenddessen im Rahmen des Möglichen kleine Verbesserungen vorgenommen. So wurden im Bereich des Morzinplatzes vergangenes Jahr der Bodenbelag und die Sitzgelegenheiten verbessert.

Welche Umgestaltungen im Frühling starten

Andere angekündigte Umgestaltungen sollen laut MA 28 trotz Sparpakets umgesetzt bzw. viele davon fertiggestellt werden. Beginnen will man schon in Kürze mit der Umgestaltung der Landstraßer Hauptstraße inklusive neuer Radwege. Für die neue Simmeringer Hauptstraße ist ebenfalls Baustart im Frühling.

Starten sollen im Frühjahr auch die Arbeiten am zweiten Abschnitt der Favoritenstraße, am zweiten Abschnitt der Äußeren Mariahilfer Straße sowie für den zweiten Teil der Wiedner Hauptstraße.

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