Wien: Fünf Schulbauprojekte fallen dem Sparstift zum Opfer

Laut Bildungsstadträtin Bettina Emmerling (Neos) sind insgesamt Standorte in fünf Bezirken betroffen.
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Bisher war nur der Name eines Schulprojekts bekannt, das wegen der Einsparungen gestoppt werden muss. Nämlich jenes in der Castelligasse in Margareten. Nun sind die Namen vier weiterer Schulen dazugekommen, wie zuerst die Gratis-Zeitung Heute berichtete.

Betroffen ist unter anderem die Leopoldstadt. Ein leer stehendes Schulgebäude in der Schwarzingergasse soll abgerissen werden, der Neubau verzögert sich. „Gerade angesichts steigender Schülerzahlen und zunehmender Herausforderungen im Bildungsbereich sind zusätzliche Kapazitäten im Bezirk besonders wichtig. Umso bedauerlicher ist es, wenn Projekte, die hier Verbesserungen bringen könnten, derzeit nicht umgesetzt werden“, heißt es dazu von Bezirksvorsteher Alexander Nikolai (SPÖ).

In Simmering war geplant, die Ganztagesvolksschule und offene Mittelschule in der Florian-Hedorfer-Straße 20–26 um 20 Klassen zu erweitern – auch das wird vorerst nicht umgesetzt. „Simmering ist ein stark wachsender Bezirk, daher ist uns jede Form der Erweiterung bzw. Neubau von Schulen ein zentrales Anliegen“, sagt dazu Bezirksvorsteher Thomas Steinhart (SPÖ).

In Penzing ist die Ganztagesvolksschule Diesterweggasse von den Sparmaßnahmen betroffen: Hier werden die Erweiterung sowie die Sanierung des Gebäudes aufgeschoben.

20 Millionen Euro für Schulzentrum

Wie geplant umgesetzt wird die Generalsanierung des Schulzentrums in der Schinnaglgasse in Ottakring. Das Projekt wird voraussichtlich rund 20 Millionen Euro kosten. Verschoben wird aber die Erweiterung um vier zusätzliche Bildungsräume. „Der Gedanke dieses Zubaus war es, Synergien im Rahmen der umfassenden Sanierung zu nutzen und zusätzlichen Schulraum zu schaffen, der bei Bedarf den Bildungseinrichtungen im Bezirk zur Verfügung stehen könnte“, sagte Bezirksvorsteherin Stefanie Lamp (SPÖ). Das musste nun vorerst aber abgesagt werden.

Auf Anfrage betonte man im Büro der Bildungsstadträtin Bettina Emmerling (Neos), dass aufgrund der aktuellen budgetären Rahmenbedingungen einzelne geplante Schulbauprojekte vorerst nicht baulich umgesetzt werden. Die finanzielle Situation werde laufend evaluiert, die Ausgangslage könne sich im kommenden Budgetzyklus schon wieder verändern. Laufende Neubauten sowie Um- und Zubauten werden „selbstverständlich“ fertiggestellt. Kritik an den Einsparungen beim Schulbau kommt von der ÖVP und den Grünen. Die Rede ist von einer „haarsträubenden Entscheidung“ sowie von „jahrelanger Misswirtschaft“.

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