Wegen Einsparungen: Ausbau von Schule in Margareten vorerst gestoppt
Ursprünglich war vorgesehen, dass die neue, moderne Pflichtschule in der Castelligasse 9 in Margareten schon zu Beginn des Schuljahres 2027/28 eröffnet. Mindestens 13 Bildungsräume waren geplant, so war es auf der Website der Stadt Wien zu lesen. Jetzt allerdings führt die Website ins Leere, zu einer Fehlermeldung. Denn der Ausbau der Schule findet vorerst doch nicht statt.
Wie die Stadt bekannt gab, müssen die Pläne aufgrund der budgetären Rahmenbedingungen neu überdacht werden. Das Gebäude der ehemaligen Berufsschule für Verwaltungsberufe werde vorerst nicht saniert und somit nicht in eine Volksschule sowie Schule für inklusive Pädagogik umgewandelt.
Und das, obwohl die Planungen für den neuen Schulstandort schon weit fortgeschritten waren und kurz vor dem Abschluss standen.
Das Gebäude in der Castelligasse 9 dürfte aber nicht der einzige Standort sein, dem dieses Schicksal droht: Auch alle anderen, noch nicht begonnenen Schulbauprojekte sollen evaluiert und an die finanzielle Gesamtsituation angepasst werden, wird berichtet. Um welche es sich dabei handelt, wird derzeit nicht kommuniziert. „Ein Eingriff in bereits laufende Bautätigkeiten ist nicht vorgesehen“, heißt es aus der MA 56 (Wiener Schulen).
Planungen gehen weiter
Weil in der Castelligasse aber noch nicht gebaut wird, ist dieser Standort sehr wohl betroffen. Vollkommen auf Eis legen will die Stadt dieses Vorhaben aber auch wieder nicht: „Im Jahr 2026 werden noch die Einreichplanung fertiggestellt und die baubehördliche Genehmigung eingeholt“, wird berichtet. Wann das Projekt aber umgesetzt werden kann, hänge von der weiteren „budgetären Entwicklung ab, die in regelmäßigen Abständen neu bewertet wird“.
Wann für den Ausbau der Schule wieder Mittel zur Verfügung stehen werden, kann die Stadt derzeit also nicht beantworten. Ebenso wenig, wie hoch die Einsparungen ausfallen, die durch den Aufschub der Bautätigkeit entstehen. Dazu ließen sich keine seriösen Aussagen treffen, wird berichtet.
Kritik am Vorgehen der Stadt kam von der Opposition. Die Grünen bemängeln vor allem, dass trotz der Erhöhung der Wohnbauförderungsbeiträge nun nicht wie versprochen mehr Geld in die Bildung investiert werde. Außerdem wolle man wissen: „Welche Schulprojekte werden noch auf die lange Bank geschoben?“, so Felix Stadler, Bildungssprecher der Wiener Grünen. Der neue, ebenfalls grüne Bezirksvorsteher von Margareten Michael Luxenberger schließt sich dem Tenor seiner Partei an. Das Projekt sei schon so weit fortgeschritten, dass eine Verzögerung am Ende noch höhere Kosten verursache. Er brauche Gewissheit, wann das Projekt realisiert werde, so Luxenberger im Gespräch mit dem ORF.
Als „unfassbar“ empfindet auch die ÖVP den Ausbaustopp. „Wenn Wien sparen muss, dann sicher nicht bei der Bildung, die bereits eine riesengroße Baustelle ist“, sagt Klubobmann Harald Zierfuß.
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