Graffitis auf U-Bahnen verursachen jährlich Schäden in Millionenhöhe
Dem Sprayer in Hütteldorf wurden sechs Dosen abgenommen.
Dass ein selbst ernannter „Künstler“ in flagranti erwischt wird, ist eher selten. Normalerweise entstehen Graffitis unbemerkt, oft im Schutz der Dunkelheit. Am Samstagabend aber wurde ein 24-Jähriger angehalten, während er eine U-Bahn der Wiener Linien in der Station Hütteldorf beschmierte.
Jede beschmierte U-Bahn wird eingezogen und gereinigt.
Wie berichtet, flüchtete der Verdächtige, konnte aber von Zeugen eingeholt und festgehalten werden, bis die Polizei eintraf. In seinem Rucksack wurden sechs Farbspraydosen gefunden. Der 24-Jährige wurde vorläufig festgenommen und wegen des Verdachts der schweren Sachbeschädigung angezeigt.
"Null-Toleranz" beim Thema Graffiti
Und so geht es nicht nur ihm. „Die Wiener Linien zeigen beim Thema Graffiti Null-Toleranz. Jeder Fall wird zur Anzeige gebracht und der Schaden in Rechnung gestellt“, berichtet eine Sprecherin der Wiener Linien.
Mehrere dieser Fälle würden außerdem erfolgreich vor Gericht gebracht, heißt es. Die Verurteilungen bei Prozessen könnten dabei mit Haftstrafen und Schadenersatz enden. In der Vergangenheit reichten die Verurteilungen von drei bis zu 18 Monaten Haft, berichtet die Wiener-Linien-Sprecherin.
Für die Wiener Linien entsteht enormer Schaden, wenn U-Bahn-Garnituren mit Graffiti beschmiert werden: Der Gesamtschaden bewegt sich pro Jahr zwischen rund zwei und drei Millionen Euro, heißt es.
Auch in den U-Bahn-Tunnels sind Graffitis häufig zu sehen.
Jeder einzelne Zug, der mit Graffitis beschmiert wird, werde eingezogen und gereinigt, so die Sprecherin. Und weiter: „Neben den Reinigungskosten tragen auch die Überstellungsfahrten, Reservehaltungs- bzw. Personalmehrkosten wesentlich zum Gesamtschaden bei.“
Technologie und Personal
Und dieser Gesamtschaden in Höhe von zwei bis drei Millionen Euro jährlich bezieht sich ausschließlich auf die U-Bahn-Garnituren. Sprich: Busse und Straßenbahnen sowie die U-Bahn-Tunnel kommen noch extra dazu. Wobei diese drei Bereiche eher selten mit Graffiti beschmiert werden, sagt die Sprecherin.
Um Graffiti-Sprayer möglichst von ihrem Schaffen abzuhalten, investieren die Wiener Linien in ihren Objektschutz und setzen auf Technologie und Personaleinsatz, wird berichtet. Zudem sei man verstärkt im Austausch mit anderen internationalen Verkehrsbetrieben und arbeite eng mit der Polizei zusammen. Wie etwa im Fall vom 24-jährigen Sprayer in der Station Hütteldorf.
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