Polizei ermittelt: Gynäkologe unter Betrugsverdacht

Der Kassenvertrag des betroffenen Arztes soll Ende Juni gekündigt werden. Er wird von der Staatsanwaltschaft offiziell als Beschuldigter in den Ermittlungen geführt.
Eine Frau bei einer medizinischen Kontrolle.

Mehrere Patientinnen eines Wiener Gynäkologen beklagten übergriffiges Verhalten und eine angeblich falsche Verrechnung der Leistungen (der KURIER berichtete). Die Österreichische Gesundheitskasse (ÖGK) kündigte daraufhin dem Arzt mit 30. Juni den Kassenvertrag, Anzeige wurde erstattet. Der Frauenarzt hat Berufung gegen diese Entscheidung eingelegt. Ob die Kündigung hält, wird eine Landesschiedsstelle entscheiden. 

Nun bestätigte die Staatsanwaltschaft gegenüber Dossier, dass der Frauenarzt als Beschuldigter in den Ermittlungen geführt wird.

Weitere Konsequenzen möglich

Das könnte weitreichende Konsequenzen für Arzt haben: Die Staatsanwaltschaft muss bei Ermittlungen gegen einen Arzt auch die Ärztekammer und den Landeshauptmann informieren. Beide seien laut Dossier bereits unterrichtet worden sein. 

Nun könnte die Ärztekammer ein weiteres Disziplinarverfahren der Ärztekammer einleiten, das wiederum eine Streichung aus der Ärzteliste bedeuten könnte. Auch Landeshauptmann und Bürgermeister Michael Ludwig (SPÖ) könnte die Berufsausübung des Gynäkologen vorläufig untersagen. Zu laufenden Verfahren gibt die Ärztekammer keine Auskunft. 

Der angezeigte Gynäkologe wies bisher alle Anschuldigungen von sich.

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