Budget-Defizit für 2025 wohl geringer als zuletzt erwartet
Wiens Budgetdefizit für 2025 dürfte etwas geringer ausfallen als befürchtet. Laut ersten Berechnungen beträgt es 2,8 Mrd. Euro. Damit würde das zu Beginn des vergangenen Jahres prognostizierte Defizit von 3,8 Mrd. Euro um 1 Mrd. unterschritten werden, wie das Büro von Bürgermeister Michael Ludwig (SPÖ) der APA mitteilte.
Die endgültigen Zahlen liegen noch nicht vor. Diese gibt es erst zum Rechnungsabschluss, der für Juni angesetzt ist.
Noch im vergangenen November war man davon ausgegangen, dass das Budgetdefizit etwa 3,25 Mrd. Euro betragen wird. Man konnte den Wert zuletzt somit noch einmal um rund 450 Mio. Euro unterschreiten, wurde hervorgehoben. An die im Voranschlag ausgewiesenen Zahlen kommt man aber nicht heran. Im Doppelbudget 2024/25 war man noch von einem vergleichsweise moderaten Minus von 2,2 Mrd. Euro für 2025 ausgegangen.
Auch Prognose für Schuldenstand revidiert
Die aktuellen Zahlen stammen aus dem vierteljährlichen Quartalsbericht an den Gemeinderatsausschuss für Finanzen. Wie im Rathaus betont wird, hat die Neueinschätzung auch Auswirkungen auf den prognostizierten Schuldenstand der Stadt. Dieser dürfte nun Ende 2025 nicht 14,9 Mrd. Euro, sondern voraussichtlich 14,4 Mrd. betragen.
Allein diese Änderung beim prognostizierten Schuldenstand werde voraussichtlich zu einer Reduktion der Zinsbelastungen von bis zu 50 Mio. Euro führen, hieß es. Bei der Verschuldung pro Kopf bzw. in Prozent der Wirtschaftsleistung liege man damit im Mittelfeld aller Bundesländer.
Bürgermeister Ludwig verwies darauf, dass die budgetäre Situation für alle Gebietskörperschaften herausfordernd sei: "Wir bekennen uns zur Konsolidierung, aber Konsolidierung wird nur dann erfolgreich sein, wenn wir gleichzeitig die Beschäftigung steigern, das Wirtschaftswachstum ankurbeln und wichtige Investitionen in Zukunftsbranchen tätigen können."
Auch Finanzstadträtin Barbara Novak (SPÖ) zeigte sich überzeugt: "Wir schaffen den Balanceakt zwischen finanzieller Stabilität und dem Erhalt der höchsten sozialen Standards für unsere Wienerinnen und Wiener, weil wir uns auch im Budget 2026 für eine starke Daseinsvorsorge und hohe Lebensqualität verpflichtet haben."
ÖVP kritisiert "Rekordschuldenstand"
Anders sah es der Wiener ÖVP-Obmann Markus Figl in einer Aussendung. Die Berechnungen könnten "nicht darüber hinwegtäuschen, dass die Stadt Wien unter SPÖ und Neos weiterhin auf einen Rekordschuldenstand zusteuert", hieß es. Trotz aufgelöster Rücklagen würden weiter Schulden gemacht, kritisierte Figl: "So sieht kein Zukunftsplan für Wien aus."
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