Aylin Kösetürk: Von Austria's next Topmodel zur Chefköchin
Aylin Kösetürk kocht puristisch und produktbezogen.
Das „Soulmate“ in der Siebensterngasse 60 in Neubau zählt zu den besten Bars der Stadt. Neben namhaften Mixologen probieren sich hier aber auch vielversprechende Jungköchinnen und -köche aus.
Das Konzept “Kitchen-Takeover“ ist für junge Talende eine Art Testlabor, bevor sie den Schritt wagen, eigenes Lokal zu eröffnen. Eine Karte, die mit Wiens japanischen High-End-Adressen mithalten kann, hat Aylin Kösetürk kuratiert: Nigiri vom heimischen Seesaibling, pur und leicht flambiert, oder als Sashimi in frischer Hibiskus-Vinaigrette.
Warme Signature-Gerichte sind leichte Tempura-Garnelen und das saftige Sando, ein japanisches Sandwich aus Brioche von Joseph Brot, gefüllt mit Rind von XO-Beef, Cranberry-Jus und mit Chimichurri-Krautsalat.
Karriere mit Umwegen
Was sie will, wusste Kösetürk eigentlich schon immer. Erreicht hat es die Wienerin mit türkischen Wurzeln aber auf Umwegen. Im Jahr 2010 brach sie ihre Lehre im Hotel- und Gastgewerbe für die Teilnahme an der zweiten Staffel der Castingshow „Austria's next Topmodel“ ab. Nicht umsonst, die damals 17-Jährige gewann die Show.
In den Jahren danach jonglierte die heute 32-Jährige Schule und Model- und Gastrojobs. „Ich bin in der Luft gehangen und habe mich gefragt, was mich wirklich erfüllt.“
Die Antwort: das Kochen. Ein Berufswunsch, für den das Model oft belächelt wurde. Den harten Job in der Küche traute ihr nicht jeder zu.
Im Jahr 2019 schloss Kösetürk ihre außerordentliche Lehre über das Wifi mit ausgezeichnetem Erfolg ab und ergatterte ihren ersten Job in der „Kikko Bā“ der erfolgreichen Mochi-Leute.
Bei der Haubenköchin
Danach folgten ein Job bei Haubenköchin Parvin Razavi im „&flora“, wo Kösetürk in 1,5 Jahre zum Junior Sous Chef aufstieg. „Ich habe dort sehr viel gelernt, ich konnte mich auszuprobieren und entfalten. Razavi hat mich sehr unterstützt. Als Frau gehört und gesehen zu werden, ist in der Gastro aber nicht immer leicht. Man muss sich extrem durchsetzen“, sagt sie.
Nach einer Saison in der asiatisch geprägten Gourmetküche des „Fux“ in Lech am Arlberg ging es zurück nach Wien und ins „SeeSushi“ von Dominik Edlinger.
Auch im „Soulmate“ hat sich Kösetürk dem heimischen Fisch in asiatischer Ausführung verschrieben, reduziert und zeitgenössisch. Kosten kann man ihr „Kisu“-Menü wieder ab Mitte Jänner immer von Donnerstag bis Samstag.
In Planung ist gemeinsam mit Barinhaber Yüksel Türkmen übrigens auch schon ein eignes Lokal ganz in der Nähe. Das Konzept: Lobster Roll und Champagner.
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