Für wen sich der All-inclusive-Weihnachtsmarkt (nicht) lohnt
All you can eat Weihnachtsmarkt auf der Prater Hauptallee
Christkindlmarkt-Stimmung ohne Touristenmassen und mehr für sein Geld zu bekommen: Das ist es, was man von einem „All You Can Eat & Drink Weihnachtsmarkt“ erwartet.
Genau so einer findet erstmals im 2. Bezirk auf der Prater-Hauptallee im „Der Garten“ statt.
Geöffnet ist bis 6. Jänner, Tickets gibt es für ein Zeitfenster von zweieinhalb Stunden. Werktags kostet ein Besuch 39,90 Euro, das Wochenende ist mit 45,90 Euro teurer.
Wer studiert oder auf Alkohol verzichten will, zahlt nur 34,90 Euro.
Das erste Zeitfenster beginnt um 15.30 Uhr noch vor Sonnenuntergang. Bei Tageslicht wirken Dekoration und Weihnachtsbeleuchtung etwas traurig, der Anblick des nackten Erdboden lässt auf Schnee hoffen.
Weil sich weder Erdumlaufbahn noch Wetter beeinfluss lassen, übt man sich in Geduld: Punsch trinken und abwarten.
Guter Punsch, gedrückte Stimmung
Für den ersten guten Eindruck sorgt der Apfel-Birne-Punsch mit Gin. Trinkt sich gut, schmeckt nicht künstlich und ist nicht überzuckert. Das genaue Gegenteil ist der Beerenpunsch, der die Begleitung an das Kindergetränk „Dreh und Trink“ erinnert.
Nichts für Kinder und mit spürbarem Rum-Schuss ist die Orangen-Mango-Variante, die ebenfalls punktet. Alternativ gibt es Glühwein, Bier, Spritzer sowie alkoholfreie Getränke wie Tee, heiße Schokolade und Softdrinks.
Speisen gibt es an insgesamt vier Hütten, gegessen wird an Picknick- und Stehtischen. Letztere sind mit schwarzem Stoff bezogen. Eine Farbe, die Flecken verbirgt, aber auch zur eher gedrückten Stimmung beiträgt.
Die Musik der 1970er- und 80er-Jahre ist am jungen Zielpublikum vorbei gewählt. Geworben wurden vor allem auf Instagram, gekommen sind viele Freundesgruppen, Pärchen und vereinzelt Familien.
Zu viel für zwei
Aber zum Essen: Die Wartezeit beträgt maximal fünf Minuten, die Käsespätzle sind leider kalt und gerade käsig genug. Die pikante Wurst im Tiroler Gröstl hätte man im Nachhinein lieber mit der veganen Alternative getauscht.
Heiß und knusprig fallen die Rösti aus, der Pulled Pork Burger ist schön saftig.
- Tickets: Tickets gibt es nur online und gelten 2,5 Stunden. Inkludiert sind alle Getränke und Speisen.
- Publikum: Touristen verirren sich hier nicht hin, unter den Gästen sind viele Studierende, Pärchen und junge Familien.
- Das Areal: Unter der Woche sind die Wartezeiten kurz, es gibt ausreichend Steh- und Sitzplätze. Aufwärmen kann man sich im Innern des Lokals, dort riecht es von den Toiletten aber leider unangenehm nach Chlor.
Germknödel und Churros stillen den Heißhunger nach etwas Süßem, stechen aber nicht heraus. Um auch Langos, Hotdogs und Kaiserschmarren zu kosten, hätte es einen Dritten gebraucht.
Fazit: Kein Gedränge und keine langen Wartezeiten, zumindest donnerstags. Am Wochenende ist mehr los. Bei 40 Euro stimmt das Preis-Leistungsverhältnis, bei den höherpreisigen Tickets wird es dann schon eng. Dekoration, Stimmung und Musik sind leider eher trüb – da hilft selbst der Song „Last Christmas“ nicht.
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