© Kurier/Jeff Mangione

Interview
04/19/2021

Warum in Wien im Ländervergleich bisher weniger geimpft wurde

Die Impfmanagerin der Stadt weist auf die hohe Zahl von Pendlern hin, die in Wien geimpft werden.

von Josef Gebhard

Birgit Fykatas-Guth ist Projektmanagerin für die Covid-19-Impfungen bei der Gesundheitsbehörde MA 15.

KURIER: Nachdem jetzt mehr Dosen des Pfizer-Impfstoffs vorzeitig kommen: Wann wird jeder Wiener, der es will, seine erste Impfung erhalten haben?

Birgit Fykatas-Guth: Leider handelt es sich um keine zusätzlichen Impfdosen. Wir müssen vielmehr damit rechnen, dass jene von anderen Herstellern wie AstraZeneca verspätet geliefert werden. Wir hoffen, dass wir im Sommer so weit sind. Aber fix ist leider nichts.

Im Bundesländer-Vergleich steht Wien nicht so gut da. Nur Salzburg hat aktuell eine geringere Durchimpfungsrate. Warum ist das so?

Die Unterschiede sind gering, außerdem ist die Zählweise zu hinterfragen. Ein wichtiger Faktor: 20 Prozent der Menschen, die in Wien geimpft werden, sind nicht hier gemeldet. Sie werden aber statistisch dem Bundesland zugeordnet, in dem sie ihren Hauptwohnsitz haben.

Nun wurde bekannt, dass Teile der Philharmoniker schon geimpft wurden, während viele Ältere und Risikopatienten noch nicht dran waren. War das eine kluge Entscheidung?

Es handelte sich um einen indirekten Zwang. Wir mussten den Termin halten. Österreich hätte ansonsten eine Pönale gezahlt, weil die Musiker im Zusammenhang mit einem Auftritt vertragliche Verpflichtungen nicht erfüllen hätten können.

Seit Kurzem wird in Wien auch durch Hausärzte geimpft. Ihre erste Bilanz?

In den Impfboxen läuft es soweit gut. Der für Montag geplante Impfstart in den Ordinationen der niedergelassenen Ärzte musste aber verschoben werden, weil es zu Impfstoff-Lieferverzögerungen gekommen ist. Wir wissen jetzt noch nicht, ob es sich um ein paar Tage oder um eine Woche handelt.

Auch die Apotheker wollen impfen, die Ärzte sind dagegen. Ihre Meinung dazu?

Der Gesundheitsbehörde geht es darum, dass die Menschen möglichst schnell geimpft werden. Daher sind wir grundsätzlich allen entsprechenden Ideen gegenüber aufgeschlossen. Wir können aber die Kritik der Ärztekammer nachvollziehen: Es geht ja nicht nur um das Impfen. Es braucht auch eigene Wartebereiche für die Zeit unmittelbar nach der Impfung und Vorkehrungen, sollte es zu Zwischenfällen kommen. Auch die Logistik für den Impfstoff selbst ist nicht ganz unkompliziert.

 

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