6.000 Designerstücke gespendet: Volkshilfe Pop-up für Luxusmode ab 40 Euro
Zu ergattern sind beim Pop-up der Volkshilfe Wien ikonische Prada-Stücke, puristische Klassiker von Jil Sander oder zeitlose Entwürfe großer Modehäuser.
Beim Blick auf die vielen Nullen nur nicht erschrecken, an vielen Stücken hängen noch die Original-Preisschilder aus Schilling-Zeiten. Eine Großspenderin hat der Volkshilfe Wien rund 6.000 Designerstücke überlassen, vieles davon ungetragen oder so gut wie neu.
Aus den Designerstücken entsteht von 10. bis 21. Februar ein Vintage Pop-up in den Räumen von „Not Another Concept Store“ auf der Gumpendorfer Straße 36 in Mariahilf.
Der KURIER konnte vorab einen Blick auf die außergewöhnliche Großspende werfen.
Wo die Designerstücke lagern, bleibt ebenso geheim, wie der Name der modischen Spenderin. Aber so viel: Die Sammlung füllt den über 100 Quadratmeter großen Raum bis in die hinterste Ecke. Getragen hat die Unbekannte die Größe 36 bis 40, bei den Schuhen 38,5.
Kollektionen große Modehäuser zum Bruchteil vom Originalpreis
Ein besonderes Faible hatte die Großspenderin offenbar für italienische Marken und die Designerin Jil Sander, deren Kollektionen gleich mehrere Kleiderstangen füllen.
Säuberlich aufgehängt sind Chanel-Kostüme und Blazer von Escada aus der Zeit, als die 1992 verstorbene Modeschöpferin Margaretha Ley noch selbst designte. Dazu gesellen sich Labels wie Yves Saint Laurent, Fendi, Givenchy, Armani, Versace, Valentino, Dior oder Dolce & Gabbana.
Zeitlich rangiert die Sammlung zwischen den Jahren 1980 bis 2015. Die Preisspanne liegt bei 40 bis 2.000 Euro für Schuhe, Handtaschen, Kleider, Hosen, Mäntel und und und. Stücke, die teilweise einst über 22.000 Schilling kosteten, sind also für einen Bruchteil zu haben.
Erlös unterstützt Projekte für Alleinerzieherinnen
„Wir wollen angemessene Preise bieten, haben viel recherchiert und online Vintage-Plattformen durchforstet“, erklärt Claudia Bernatz. Die Erlöse fließen zu 100 Prozent in die TAV-Betriebe der Volkshilfe Wien, die Menschen beim (Wieder-)Einstieg ins Berufsleben begleiten und unterstützen. Angestellt und weitervermittelt werden vor allem viele Person über 50 Jahren und Alleinerzieherinnen.
Erhalten hat die Volkshilfe Wien die Spende bereits im vergangenen Herbst. Seither wurden über Monate gesichtet, sortiert und bepreist. Im Gegensatz zu dem Lagerraum wird das Pop-up-Geschäft nur rund 40 Quadratmeter messen. Das bedeutet auch, dass das Angebot täglich ergänzt wird, sowie neue Fundstücke und Schätze hinzukommen.
Weitere Pop-ups geplant
Geplant sind daher auch weitere Pop-ups, da man nicht davon ausgeht, alles in zwei Wochen verkaufen zu können. Nur die rund 50 Kleidungsstücke von Modeschöpfer Helmut Lang hält man laut Bernatz noch zurück. Damit hätte man etwas ganz Besonderes geplant.
Einkaufen kann beim Pop-up, wer gerne Mode mit Haltung tragen und gleichzeitig Gutes tun will. Über die Beweggründe der Spenderin ist nichts Genaues bekannt, nur dass sie die Luxusstücke bewusst weitergeben wollte. Und für Modefans gilt: Hier ist jeder Euro doppelt gut ausgegeben, nämlich sozial und auch ökologisch nachhaltig.
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