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Chronik Wien
07/21/2021

MNS-Pflicht bleibt: So sieht der Wiener Sonderweg aus

In Handel, Kultureinrichtungen oder Kirchen werden weiterhin Masken vorgeschrieben.

In Wien werden k√ľnftig Masken auch in jenen Bereichen verlangt werden, wo der Bund nun einen Entfall der entsprechenden Tragepflicht vorsieht - also etwa im Einzelhandel. Mund-Nasen-Schutz wird dabei ausreichen.

Der entsprechende Entwurf zur Wiener Verordnung zu den von B√ľrgermeister Michael Ludwig (SP√Ė) angek√ľndigten strengeren Corona-Regeln in Wien liegt nun vor. Die Verordnung wird im Laufe des Tages ver√∂ffentlicht, die darin enthaltenen Ma√ünahmen gelten ab morgen, Donnerstag.

In den betreffenden R√§umen ist "eine den Mund- und Nasenbereich abdeckende und eng anliegende mechanische Schutzvorrichtung zu tragen", hei√üt es. Das Tragen einer FFP2-Maske ist nicht ausdr√ľcklich vorgeschrieben. Hier gab es zuletzt auch eine √Ąnderung in den √∂ffentlichen Verkehrsmitteln, wo einfache MNS-Masken bereits wieder erlaubt sind.

MNS-Pflicht auch in religiösen Einrichtungen

Zu tragen sind Masken weiterhin in Kundenbereichen von Betriebsst√§tten (au√üer k√∂rpernahe Dienstleister, Anm.), also etwa in Gesch√§ften. Die Bundesverordnung schreibt dies nur mehr beim Kauf von G√ľtern des t√§glichen Bedarfs vor. Auch Kultureinrichtungen wie Museen, Kunsthallen, Bibliotheken, Archive, Theater, Konzerts√§le oder -arenen sind ausdr√ľcklich erw√§hnt. F√ľr "Einrichtungen zur Religionsaus√ľbung" gilt die neue Verordnung ebenfalls.

In den Erl√§uterungen wird das Vorgehen Wiens - das die vom Bund vorgegebene M√∂glichkeit f√ľr regionale Versch√§rfungen nutzt - ausf√ľhrlich erkl√§rt. "Die aktuellen Daten zur Lage der Covid-19-Pandemie in Wien zeigen, dass die Fallzahlen und die 7-Tages-Inzidenz wieder kontinuierlich steigen. Dies ist auf darauf zur√ľckzuf√ľhren, dass die deutliche infekti√∂sere Delta-Variante mittlerweile das Infektionsgeschehen dominiert", hei√üt es da.

Verwiesen wird auch auf die Sondersituation Gro√üstadt: "Die h√∂here Infektiosit√§t der Delta-Variante bedeutet, dass auch kurze Kontakte bereits zu Ansteckungen f√ľhren k√∂nnen. In einem Ballungsraum wie Wien, in dem eine h√∂here Personendichte im √∂ffentlichen Raum herrscht, ist die Wahrscheinlichkeit von Ansteckungen bei zuf√§lligen Kontakten erh√∂ht."

"Vierte Welle steht bevor"

Das epidemiologische Simulationsmodell der Statistik-Abteilung MA23 w√ľrde zeigen, dass bereits im Sommer mit einem starken Anstieg der Fallzahlen zu rechnen sei und das Risiko einer neuerlichen starken Belastung der Spit√§ler ab September bestehe. Eine vierte Welle stehe bevor, wird gewarnt. Auch der Blick auf die internationale Lage zeige zum Teil dramatische Anstiege der Fallzahlen, die bereits zu weitreichenderen Ma√ünahmen wie zum Beispiel Schlie√üungen im Bereich der Nachtgastronomie in den Niederlanden sowie n√§chtlichen Ausgangssperren in Katalonien gef√ľhrt h√§tten, wird betont.

"Aus diesem Grund ist es zum gegenw√§rtigen Zeitpunkt nicht sinnvoll, weitere Ma√ünahmen zur√ľckzunehmen, welche ein vergleichsweise gelindes Mittel zur D√§mpfung des gegenw√§rtigen Anstiegs des Fallgeschehens darstellen, wie das Tragen von Masken. Speziell dort, wo keine 3-G-Regel gefordert ist, wie in Bibliotheken, Museen, Einrichtungen zur Religionsaus√ľbung und im nicht lebensnotwendigen Handel, kann das Abgehen von der Maskenpflicht die Infektionsgefahr erh√∂hen", wird in den Erl√§uterungen zur Verordnung festgehalten.

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