Inhaltliche Neuausrichtung: Das Urania Kino blickt nach Osten
Die Agentur dachte, dass sie noch ein Jahr Zeit für das Konzept hätte. Ein Jahr, um die Website zu gestalten, ein Jahr, um die Neuigkeiten nach außen zu kommunizieren. Dabei hat es sich aber um ein Missverständnis gehandelt: Denn das Urania Kino will schon diesen Juni neu durchstarten.
Eine inhaltliche Neuausrichtung soll es werden, mit Fokus auf Zentral- und Osteuropa. Unter dem Namen „Urania CEEnema“ – eine Anspielung auf die Bezeichnung CEE für Central and Eastern Europe – kooperiert die Volkshochschule Urania mit Cineplexx und dem Verein „Let’s CEE“. Letzterer hat in Wien mehrfach ein Filmfestival organisiert, das Produktionen aus Zentral- und Osteuropa, der Kaukasus-Region und der Türkei gezeigt hat. Nun wird dieses Konzept auf eine ganzjährige Basis adaptiert und im Urania Kino umgesetzt.
Verschiedene Sprachen
Die Idee dahinter ist, Filme aus Zentral- und Osteuropa dauerhaft in Wien zu zeigen. Das tägliche Programm – immer ab 18 Uhr – soll dabei einen besonderen Schwerpunkt auf aktuelle Produktionen legen, die gesellschaftlich relevante Themen wie Migration, Politik, Kultur, Identität, Zusammenleben und ökologische Verantwortung behandeln, sagt Magdalena Żelasko, Geschäftsführerin des Vereins „Let’s CEE“.
„Wir wollen den Leuten vermitteln, dass es bei uns etwas Spannendes zu sehen gibt, und zwar regelmäßig und in verschiedenen Sprachen“, sagt Żelasko. Gezeigt werden sollen die Filme nämlich in unterschiedlichen Fassungen und Sprachen. Nahezu jeder Film soll aber sowohl auf Deutsch als auch auf Englisch untertitelt sein. Jeder, auch Touristinnen und Touristen, soll so die Möglichkeit bekommen, die Filme anzusehen, sagt Żelasko.
Neuheiten und Klassiker
Der Fokus liegt allerdings weiter auf dem Wiener Publikum. Was auch die Kooperation mit dem „Nonstop-Kino-Abo“ nahelegt. „Wir wollen die Wienerinnen und Wiener mit Wurzeln in Zentral- und Osteuropa in die Kinos holen“, sagt Christof Papousek, Geschäftsführer der Constantin-Film und Cineplexx-Unternehmensgruppe. Deshalb sollen Filme aus dieser Region in das Urania Kino gebracht werden. „Und zwar nicht in einem Segment, dass wir als Arthouse-Kino oder Avantgarde bezeichnen wollen, sondern im kommerziellen Mainstream.“ Neben Neuerscheinungen sollen demnach auch Klassiker und Hits gezeigt werden. Im Zuge der Fußballweltmeisterschaft der Männer etwa die zwei Filme „Montevideo, Taste of a Dream“. Eine Geschichte, die vom Erfolg der Nationalmannschaft des Königreichs Jugoslawien bei der Fußball-WM in Uruguay 1930 handelt. Die Filme feierten 2010 vor allem in Serbien große Erfolge, aber auch darüber hinaus. Nun sollen sie die Urania füllen.
Christof Papousek, Geschäftsführer der Constantin-Film und Cineplexx-Unternehmensgruppe, Magdalena Żelasko, Geschäftsführerin des Vereins „Let’s CEE“ und Daniela Ecker-Stepp, Direktorin der VHS Wiener Urania
Mehr Auslastung
Zumindest ist das die Hoffnung der Betreiber: Durch die neue inhaltliche Ausrichtung soll der Ticketverkauf angekurbelt werden. Derzeit sei die Auslastung für den Betrieb des Kinos ausreichend, sagt Papousek. Weil man sich die Spielstätte mit „WienXtra“ und der VHS teilt, komme man „zurecht“. Insgesamt 1.800 Tickets verkaufe das Urania Kino derzeit monatlich. Durch die Neupositionierung will Cineplexx sich allerdings „schön langsam Richtung 5.000 Tickets pro Monat bewegen“.
Was „schön langsam“ genau bedeutet, darüber scheiden sich die Geister: „Frau Żelasko rechnet mit Juli, ich bin da eher bei Jänner nächsten Jahres“, sagt Papousek.
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