Streit um Grünfläche in Wien: Kinder einzäunen „ist nicht vorstellbar“

Die SPÖ Donaustadt will nun eine Hundezone im Grünbereich rund um den Badeteich Süßenbrunn einzäunen lassen.
++ THEMENBILD ++ HAUSTIER / HUND

Jetzt ist es fix: Kinder sollen weiter frei herumlaufen können, während Hunde eingezäunt werden. Klar war das aber nicht von Anfang an. Denn in der Donaustadt hat sich in den vergangenen Jahren genau darüber eine Debatte entsponnen, wer denn auf der Grünfläche rund um den Badeteich Süßenbrunn eingezäunt werden soll: Kinder oder Hunde.

Der erste Vorschlag der MA 42 (Wiener Stadtgärten) – die das Areal, das der Theresianischen Akademie gehört, verwaltet – sah vor, zwei eingezäunte Hundeverbotszonen auszuweisen. Sprich: Statt der Hundezone sollte unter anderem der Kinderspielplatz eingezäunt werden. Hunde sollten weiterhin frei herumlaufen können.

Dieser Plan sorgte allerdings für Kritik – bei der Volksanwältin und auch im Bezirk. Letzterer gab bekannt, dass an einer neuen Lösung gearbeitet werde.

Deutliche Worte

Deutlichere Worte fand einen Tag nach dem KURIER-Bericht über die Causa Josef Taucher, Klubvorsitzender der SPÖ Wien und Vorsitzender der SPÖ Donaustadt. Das Thema Badeteich Süßenbrunn beschäftige ihn schon sehr lange, wie er sagt. Derzeit sei die Grünzone rund um den Teich zu zwei Dritteln als Hundefreilaufzone ausgeschildert. In der Vergangenheit sei es aber immer wieder zu Problemen zwischen Familien und Hundebesitzern gekommen.

Es sei nun deshalb an der Zeit „ein Machtwort zu sprechen“. Und zwar: „Dass man Kinder einzäunt, ist nicht vorstellbar“, sagt Taucher. Man müsse nun „klare Kante“ zeigen. „Selbstverständlich werden die Hundezonen eingezäunt, auch wenn das mehr kostet.“ Sollte nämlich wirklich eine große Hundezone eingezäunt werden, liegen die Kosten höher, als wenn nur der vergleichsweise kleinere Kinderspielplatz eingezäunt werden würde.

Ein Telefonat zwischen Taucher und Ernst Nevrivy, dem Bezirksvorsteher der Donaustadt (SPÖ) habe auch schon stattgefunden, so Taucher. Auf Nachfrage in der Bezirksvorstehung wird dies bestätigt. „Der Bezirksvorsteher stimmt dem vollumfänglich zu“, sagt ein Sprecher. Man wolle eine große Hundezone einzäunen lassen. Der zuständigen MA 42 wolle man diese Plänen nun mitteilen, so Josef Taucher im Gespräch mit dem KURIER.

Weg frei

Die Theresianische Akademie als Besitzerin werde dem neuen Vorhaben jedenfalls nicht im Weg stehen. „Sollten sich die Konfliktparteien auf neue Pläne einigen, werden wir diese nach Übermittlung durch die MA 42 selbstverständlich prüfen.“ Von der MA 42 hieß es zuvor bereits, dass man sich noch in der Abstimmungsphase befinde.

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