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Chronik | Wien
04/20/2019

Stadträtin Sima entsetzt über „Führer, der Deutsch spricht"

Politisch heikle Aufschrift auf Baustellen-Lkw. Stadträtin übt Druck auf Unternehmen aus, Firmenchef meldet sich zu Wort.

„Entsetzt“ zeigte sich Ulli Sima nach dem KURIER-Artikel über einen Lkw-Fahrer, der mit einem fragwürdigen Aufkleber bei einer Baustelle der Wiener Linien arbeitete. Auf seinem Brummi klebte der Spruch „Führerhaus“ und „Fahrer spricht Deutsch“ in Frakturschrift geschrieben. Diese Schriftart wird häufig in der Neonaziszene benutzt.

Öffi-Stadträtin Ulli Sima kündigte eine scharfe Vorgangsweise an.  „Solche Auftragnehmer und deren Subunternehmer werden auf unseren Baustellen keinesfalls toleriert!“

Sima erwarte zudem,  dass das beauftragte Unternehmen umgehend reagiert, denn klar sei, dass es mit so einem Gedankengut keine Aufträge von Seiten der Stadt mehr geben werde.

Firmenchef meldete sich zu Wort

Gegenüber dem ORF Wien hat sich mittlerweile der Chef der betroffenen Firma zu Wort gemeldet. Er könnte die Kritik nicht nachvollziehen, sagte er gegenüber "Wien heute" und spricht von einem "unpassenden Wortspiel". Man habe niemals etwas mit NS-Gedankengut zu tun gehabt, der Kleber sei mittlerweile auch wieder entfernt worden.