Stadt Wien unterstützt Sommernachtskonzert nun doch mit 100.000 Euro

Aber deutliche Reduktion von zuletzt 250.000 Euro. Bürgermeister Ludwig: "Wien steht zu seiner Kulturszene".
SOMMERNACHTSKONZERT DER WIENER PHILHARMONIKER

Die Stadt Wien unterstützt das Sommernachtskonzert der Wiener Philharmoniker vor Schloss Schönbrunn nun doch - allerdings mit deutlich weniger Mitteln als zuletzt. 100.000 Euro werden für das gratis zugängliche Outdoor-Konzert heuer zugeschossen, hieß es am Donnerstag in einer Aussendung. Im Vorjahr waren es noch 250.000 Euro. Es soll laut Daniel Froschauer, Vorstand der Wiener Philharmoniker, im Juni stattfinden. Inhaltliche Details kündigte er für Mitte April an.

Nach der Ende des Vorjahres bekannt gegebenen Kürzung der Subvention der Stadt Wien für das Sommernachtskonzert hatte Froschauer gesagt, dass es "ungewiss" sei, ob die Veranstaltung dennoch stattfinden könne. Die 250.000 Euro der Stadt entsprachen einst etwa zwölf Prozent der Gesamtkosten. Dass sie nicht mehr ausgezahlt werden könnten, bezeichnete Wiens Kulturstadträtin Veronica Kaup-Hasler (SPÖ) nach der Vorstellung des Kulturbudgets als "nicht schön, aber verkraftbar".

Ludwig: "Wien steht zu seiner Kulturszene"

Nun fließen aber doch Mittel, wenn auch weniger. "Gerade auch in weltwirtschaftlich herausfordernden Zeiten steht Wien zu seiner Kulturszene", wurde der Wiener Bürgermeister Michael Ludwig (SPÖ) zitiert. Die Unterstützung gelinge durch "vorausschauende Wirtschaftspolitik und umsichtige Konsolidierung" außerhalb des laufenden Kulturbudgets.

Offen ist laut "Standard", der in seiner Donnerstagsausgabe darüber berichtete, ob bei der Veranstaltung im Vergleich zum Vorjahr nun mit Abstrichen zu rechnen sei oder die Philharmoniker die geringere Fördersumme anderweitig ersetzen können. Den größten Brocken der rund zwei Millionen Euro an Gesamtkosten machen Sponsorengelder aus. Auch der Bund schießt finanzielle Mittel zu.

Opposition: "Peinliche Posse" und "richtiges Signal"

Die FPÖ sieht in der städtischen Subventionszusage indes nicht mehr als eine "peinlichen Posse", wie Kultursprecher Lukas Brucker in einer Aussendung formulierte. Zuerst werde der Geldhahn zugedreht, dann doch wieder Geld locker gemacht - allerdings deutlich weniger - und dann spiele man sich auch noch als Retter auf: "Das ist an Unglaubwürdigkeit kaum zu überbieten." Das Sommernachtskonzert sei ein kulturelles Aushängeschild Wiens mit weltweiter Strahlkraft und dürfe nicht zum Spielball politischer Inszenierungen werden.

ÖVP-Kultursprecherin Judith Edelmann hingegen ortet das "Einlenken" der rot-pinken Stadtregierung als Ergebnis von Druck seitens der Volkspartei und ein richtiges Signal - denn: "Dieses kulturelle Großereignis ist weit über Wien hinaus ein Aushängeschild unserer Stadt und darf nicht leichtfertig aufs Spiel gesetzt werden." Gleichzeitig zeige der Fall aber auch, wie unsicher und sprunghaft die kulturpolitische Linie dieser Stadtregierung geworden sei.

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