Hoher Migrationsanteil in Spitälern? Das stimmt vor allem bei der Belegschaft
War es nun ein Kunstgriff oder doch ein echter Knalleffekt?
Die FPÖ hat es in den vergangenen Wochen geschafft, zwei der emotionalsten Themen der Republik miteinander zu verbinden. Laut einer parlamentarischen Anfrage an Sozialministerin Korinna Schumann (SPÖ) gab es zwischen 2015 und 2024 rund 22 Millionen Spitalsbehandlungen für Flüchtlinge. "Spitals-Touristen aus dem Ausland kosten Milliarden", lautete denn auch eine Überschrift der Kronen Zeitung. Gesundheit und Migration also. Eine Statistik für gleich zwei Aufregerthemen.
Kleiner Schönheitsfehler nur: So einfach ist die Sache nicht. Wie das Profil als erstes aufzeigte, wurden Österreicherinnen und Österreicher im selben Zeitraum 716 Millionen Spitalleistungen zuteil. Flüchtlinge nahmen also nur 2,75 Prozent der Spitalleistungen in Anspruch, und das, obwohl sie insgesamt 4,8 Prozent der Gesamtbevölkerung ausmachen. Sie wurden also unterdurchschnittlich oft behandelt. Das gehört wohl auch zur Statistik dazu.
Stellt man sich die Frage umgekehrt, welchen Anteil ausländische Staatsbürger nämlich für das Gesundheitssystem erbringen, regt die Antwort ebenfalls weniger auf.
18 Prozent keine österreichische Staatsbürgerschaft
So haben etwa in den Spitälern des Wiener Gesundheitsverbunds (WIGEV) von den rund 30.500 Mitarbeitern rund 18 Prozent keine österreichische Staatsbürgerschaft. 2.974 stammen dabei aus EU-Ländern. 2.550 aus Nicht-EU-Staaten.
Wie Zahlen des WIGEV zeigen, kommt dabei die größte Gruppe aus Serbien, mehr als 1.000 Personen stammen von dort. Sie liegen damit vor Deutschland (767), der Slowakei (512) oder Polen (447). Es sind aber viele weitere Nationalitäten zu finden: Mitarbeitende sind aus Tadschikistan, Syrien, Nepal, Mauritius oder auch aus Pakistan zu finden.
In den Ordensspitälern zeichnet sich ein ähnliches Bild. Bei den Barmherzigen Brüdern sind 51 Nationalitäten zu finden, 28 Prozent sind Nicht-Österreicher. In den Vinzenz Kliniken Wien, die fünf Krankenhäuser betreibt, gibt es 61 verschiedene Nationalitäten, im Franziskus Spital kommen die Mitarbeiter aus 44 Nationen.
Kommentare