Brunch-Hotspot "Sneak In" ist zum Geisterlokal verkommen
Von Franziska Trautmann
Ein Boden voller Zigarettenstummel, mit Graffiti beschmierte Fenster und dahinter gähnende Leere. Wer heute an der Siebensterngasse 12 in Neubau vorbeigeht, merkt von dem damaligen Brunch-Hotspot nichts mehr. Seit April vergangenen Jahres ist das Lokal „Sneak In“ geschlossen.
Auf Social Media kündigte man damals vage an, „Raum für Veränderung“ schaffen zu wollen und die Räumlichkeiten „etwas zu pflegen“. Mittlerweile sind aber alle Beiträge auf dem Instagram-Account gelöscht worden, auch die Website ist nicht mehr verfügbar.
Neben dem Eingang befinden sich Müllsäcke, Putzutensilien und Baumaterial.
„Von einem Tag auf den anderen war es plötzlich geschlossen. Schade, dass es jetzt so vor sich rumgammelt“, sagt ein Geschäftsinhaber in derselben Straße. Aufgefallen ist ihm aber Baumaterial: „Bauarbeiter hab ich aber noch nie gesehen.“ Neben der Eingangstür sind Müllsäcke, Putzutensilien und mehrere Säcke voller Baumaterial. In der Gasse spekuliert man über einen Auszug des „Sneak In“ und eine Neuvermietung des Lokals.
Rechtsstreit mit Vermieter
Im Gespräch mit dem KURIER bestätigt „Sneak In“-Besitzer Alireza Jokar die Vermutungen: „Das Sneak in wird es in diesem Konzept an diesem Standort nicht mehr geben.“ Seit der Schließung im April hat Jokar gehofft, dass sich die Situation ändert. Einen Grund für das Ende des Brunchlokals nennt Jokar nicht, denn „derzeit werde ich in dieser Sache rechtlich vertreten.“ Sobald das Verfahren abgeschlossen ist und etwas fest steht, werde er an die Öffentlichkeit herantreten, sagt Jokar.
Wie der KURIER erfuhr, dürfte es Streitigkeiten mit dem Vermieter, also dem Hauseigentümer, gegeben haben. Dabei soll man sich nicht auf die Miete geeinigt haben können. Nähere Details darüber sind nicht bekannt. Laut MeinBezirk handelt es sich bei den Hauseigentümern um vier Privatpersonen.
Bezirk intervenierte
Obwohl jetzt fest steht, dass dort keine Breakfast Burritos oder French Toasts vom „Sneak in“ mehr serviert werden, bleibt die Frage, wer sich um den verfallenden Zustand des Lokals kümmern muss. „Der Eingangsbereich vor dem Lokal befindet sich auf Privatgrund, weshalb die Verantwortung für Reinigung und Instandhaltung bei der Hausverwaltung beziehungsweise dem Eigentümer liegt. Beide wurden von uns kontaktiert, um auf die Situation hinzuweisen“, sagt Bezirksvorsteher Markus Reiter (Die Grünen).
Laut ihm habe sich die Situation von vor ein paar Monaten schon verbessert und “wir bleiben dazu weiterhin in Kontakt, um eine nachhaltige Lösung sicherzustellen.“ Sollte es notwendig und rechtlich möglich sein, dass der Bezirk zusätzliche Maßnahmen setzt, werden diese laut Reiter auch ergriffen.
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