"Sintflut" in Katholischer Schule in Wien: 6 verdächtige Schüler
Von Maximilian Gruber
Es war ein Bild der Verwüstung, das wohl noch länger in Erinnerung bleibt. Als Dienstagfrüh die ersten Lehrkräfte das Albertus-Magnus-Gymnasium betraten, stand das Gebäude unter Wasser.
Was bisher bekannt ist: In der Nacht von Montag auf Dienstag kam es in der katholischen Privatschule in der Semperstraße (18. Bezirk) zu einem mutwillig verursachten Wasserschaden.
Dabei wurden Waschbecken verstopft und das Wasser dann laufen gelassen. Bald trat es über den Beckenrand und floss in die Schulgänge.
„Fast jedes Stockwerk ist betroffen“, teilte die Polizei dem KURIER mit. Die Waschbecken wurden in den obersten drei Stockwerken des Gymnasiums verstopft, dadurch sickerte das Wasser auch in die unteren Etagen und beschädigte Teile des Gebäudes.
Klassen unter Wasser
In vielen Räumen stehe das Wasser, wodurch es in Kontakt mit den Stromleitungen kommen könnte.
Daher entfalle bis auf Weiteres der Unterricht für die Oberstufenklassen, erzählte Regina Ahlgrimm-Siess von der Vereinigung von Ordensschulen Österreichs (VOSÖ) – Schulerhalter des Gymnasiums. „Die Sicherheit der Kinder steht immer an erster Stelle.“
Doch nicht alle Klassen seien betroffen, so Ahlgrimm-Siess. Die Unterstufe wurde in den übrigen trockenen Klassen bis zur fünften Stunde unterrichtet, auch die Nachmittagsbetreuung im Halbinternat fand wie gewohnt statt.
Sechs verdächtige Schüler
Das Albertus-Magnus-Gymnasium zeigte die Tat auf schwere Sachbeschädigung an, die Polizei ermittelt bereits vor Ort. „Es gibt sechs verdächtige Schüler“, teilte diese mit. Ob alle sechs oder nur ein Teil der Verdächtigen die Tat begangen hat, werde sich erst zeigen.
„Die Ermittlungen laufen und werden in den nächsten Wochen durchgeführt.“ Bis zur fertigen Bestandsaufnahme könne man das gesamte Ausmaß noch nicht einschätzen, sagte Ahlgrimm-Siess.
Davon hänge auch ab, wie der Schulbetrieb in den kommenden Tagen organisiert wird. In welche Höhe die Kosten anfallen – als Schulerhalter stehen diese in der Verantwortung der VOSÖ –, könne sie daher auch noch nicht sagen. „Was ich aber sagen kann: Es ist sowohl menschlich als auch finanziell erschütternd.“
Vandalenakt statt Einhaltung der Regeln
Das Albertus-Magnus-Gymnasium ist eine 1881 erbaute katholische Privatschule mit Öffentlichkeitsrecht in der Tradition der Marianisten. Es ist Teil der Albertus-Magnus-Schule, zu der eine Volksschule, eine Mittelschule, das betroffene Gymnasium sowie ein Halbinternat gehören.
Hier sollen die Schülerinnen und Schüler eine Erziehung zu christlichen Werten erhalten. Im Gegenzug erwartet sich das Gymnasium die Akzeptanz und Einhaltung partnerschaftlich aufgestellter Regeln, ist auf der Website zu lesen.
Wohl auch deshalb zeigt sich Ahlgrimm-Siess so betroffen. „Die Schule ist ein wichtiger Lebensraum, der nun von dem Vandalenakt zerstört wurde.“ Man sei zutiefst bestürzt über den zerstörerischen Vorfall.
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