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Chronik | Wien
05/24/2019

Sicherheit auf der Insel: Polizei rüstet sich für den Sommer

Magistrat und Polizei im Einsatz gegen Spanner und uneinsichtige Hundehalter. Lokalaugenschein auf der Donauinsel.

Die lang ersehnten Sonnenstrahlen locken am Freitag die ersten Ausflügler auf die Donauinsel. Die Grill- und Badesaison kommt langsam in die Gänge. Und mit den Sonnenanbetern kommen auch sie: Die Fahrradstreifen der Wiener Polizei und der MA45 (Gewässer).

In gelben Jacken oder in sportlicher Polizeiuniform sind sie auf ihren Fahrrädern auf der Insel unterwegs. Sie werden von Menschen angesprochen, wenn sie Hilfe brauchen oder vermitteln bei Streit.

An heißen Tagen werden auf der Insel bis zu 100.000 Menschen erwartet. Das führt natürlich zu kleineren und größeren Konflikten.

Die Fahrradstreifen sollen auch heuer wieder für die Einhaltung der Inselordnung sorgen. Am Freitag fand der offizielle Startschuss für die Saison statt. Neu ist heuer, dass auch Hundebesitzer auf die Leinen- oder Beißkorbpflicht hingewiesen werden müssen.

Peter Skala schwingt sich auf sein Mountainbike. Er ist dienstführender Beamter bei der Polizei und fährt seit zwei Jahren Fahrradstreife auf der Donauinsel. Seit 25 Jahren ist er Polizist. "Manche sind schon sehr uneinsichtig, dann braucht man gute Argumente", schildert er seinen Alltag.

Einfühlungsvermögen und Psychologie seien wichtig, denn "die größte Waffe des Polizisten ist das Wort", sagt er.

Bei blauem Himmel und Sonnenschein gehen die Wiener mit ihren Hunden spazieren. Die ersten Vierbeiner springen auch schon ins Wasser. Die Leinen- oder Beißkorbpflicht stößt bei Hundebesitzer oft auf Unverständnis.

"Ich habe einen großen und einen kleinen Hund, da sieht man das von zwei Seiten", sagt die Passantin Brigitte Schöbinger. Allerdings versteht sie das Verbot, Hunde frei laufen zu lassen: Schließlich sollen auch die kleinen Hunde geschützt werden - und natürlich die Kinder. Da sei schon viel passiert, meint sie.

Es gehe aber auch um die Einhaltung von Grillplatzreservierungen und des Campingverbotes, erklärt Martin Kollar von der MA45. Oft würden Rauchschwaden über die Insel ziehen oder manche Grill-Fans keine Steine oder Aluunterlagen verwenden.

Für ein besseres Verständnis sind auch serbisch- und türkischsprachige Mitarbeiter unterwegs. Grundsätzlich patroulliere man in Zweierteams. 14 bis 16 Mitarbeiter sind an schönen Tagen ab Mittag bis 20 Uhr im Einsatz.

Prävention

Man setze vor allem auf Gespräche und Prävention. Wenn das nicht funktioniert, könne man aber schnell die Polizei hinzuholen. "Unsere Fahrer räumen aber auch Müll weg und leisten Erste Hilfe", erzählt Kollar. Die Polizei steuert 25 Beamte bei.

Auch bei der Polizei betont man, dass man vor allem "auf der menschlichen Ebene" zwischen Joggern, Badegästen, Hundebesitzern, Fahrradfahrern und FKK-Gästen vermitteln wolle. Im Gespräch zeigen sich die Beamten freundlich, aber doch bestimmt. Man höre sich die Argumente der Spaziegänger an, lasse sich aber nicht auf Diskussionen ein, heißt es.

Drogenverstecke im Visier

"Wir wollen nicht sofort strafen. Außer, wenn es um strafrechtlich Relevantes oder Verordnungstrafen geht", betont Polizeisprecher Paul Eidenberger. Denn auf der Donauinsel finden immer wieder Drogendeals statt. Im Gebüsch würden dann Drogenverstecke gefunden. Deswegen setzt die Polizei auch Suchhunde ein.

Ein weiteres Thema seien Spanner im FKK-Bereich, die sich zwischen den Pflanzen anschleichen. "Wenn Frauen hier schwimmen gehen, haben sie kein Interesse daran, dass ihnen Männer nachsteigen. Dass so etwas nicht passiert, ist auch unsere Aufgabe", sagt Michael Lepuschitz, Landespolizeivizepräsident.

 

Grundsätzlich sei die Donauinsel aber sehr sicher. "Es geht uns auch darum, Präsenz zu zeigen und das Sicherheitsgefühl zu steigern", sagt Martin Kollar von der MA45. So soll ein friedliches miteinander in den Sommermonaten garantiert werden.