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Senta Berger auf den Barrikaden: „Abriss meines Geburtshauses ist Skandal“

Muss desolates Biedermeier-Häuschen in Wien-Hietzing weichen? Laut KURIER-Recherchen gibt es nun eine überraschende Wende.
Verleihung Deutscher Filmpreis: Senta Berger prämiert.

Mitten im alten Ortskern von Lainz steht hinter der ehemaligen Pfarrkirche ein schmuckes Biedermeier-Häuschen mit viel Geschichte und vielen Geschichten. Die bekannteste ist wohl, dass dort am 13. Mai 1941 – also vor etwas mehr als 85 Jahren – eine gewisse Senta Berger das Licht der Welt erblickte und anschließend dort auch aufgewachsen ist.

Doch die in München lebende heimische Film- und Bühnen-Ikone, die dieser Tage erstmals mit dem Deutschen Filmpreis prämiert wurde, ist alles andere als glücklich, wie mit diesem Erbe umgegangen wird: Denn der städtische Gemeindebau in Hietzing – um das Jahr 1840 errichtet – verfiel in den vergangenen Jahrzehnten zusehends und macht aktuell einen desolaten Eindruck. Weshalb nun auch Berger das Wort ergriff und heftige Kritik übte.

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Desolates Biedermeier-Häuschen: Jahrzehntelang verfiel das Geburts- und Wohnhaus von Senta Berger am Lainzer Platz in Hietzing. 

„Ein Biedermeier-Juwel“

In einem Interview mit dem Spiegel, bei dem es um die Würdigung ihrer Person in der Heimat ging, wurde sie mehr als deutlich: Das Haus in der Lainzer Straße 148, „in dem ich aufgewachsen bin, soll jetzt abgerissen werden, was ein Skandal ist“. Und zwar Letzteres nicht wegen ihrer Person, „sondern weil dieses Biedermeier-Juwel erhalten werden sollte“. Nachsatz: „Ich habe an den Bürgermeister geschrieben, aber ohne Erfolg.“

Kann es tatsächlich sein, dass ein fast 200 Jahre altes Gebäude, das sich in einer ausgewiesenen Schutzzone befindet und in Besitz der Stadt Wien ist, dem Erdboden gleichgemacht wird? Zumal das Objekt erst vor wenigen Jahren von Wiener Wohnen an die Tochterfirma Wiseg (Wiener Substanzerhaltungsgesellschaft) übertragen wurde, die eigentlich den Gebäude-Erhalt und nicht den -Abriss im Namen trägt?

Wiseg-Sprecher Alexander Klein versucht daher gegenüber dem KURIER die Dinge geradezurücken: „Die Informationen, auf die sich Senta Berger beruft, sind nicht zutreffend. Das bestehende Wohngebäude bleibt erhalten und soll aufgrund seines mittlerweile fortgeschrittenen Alters umfassend generalsaniert werden.“ Dabei soll es auch einen „ökologisch nachhaltigen Zubau in moderner Holzbauweise“ erhalten. Ebenfalls komplett erneuert werde die Energieversorgung – nämlich über eine Luft-Wasser-Wärmepumpe, die winters eine „nachhaltige Wärmeversorgung“ gewährleiste und auch sommers für eine angenehme Kühlung sorgen soll, erklärt Klein.

Die ersten Sanierungsmaßnahmen hätten bereits dieser Tage begonnen und werden voraussichtlich bis 2027 dauern. „Insgesamt soll der Lainzer Platz dadurch nicht nur einen architektonischen und ökologisch nachhaltigen Gewinn erfahren, sondern vor allem auch um 13 hochwertige Mietwohnungen bereichert werden.“ Einen Kindergarten – wie er bis vor einigen Jahren im Erdgeschoß des Hauses existierte – werde es aber nicht mehr geben.

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So soll das Senta-Berger-Geburtshaus später aussehen: Runderneuert und mit Holz-Zubau.

Ehrung mit Widmungstafel

Eine Sache dafür aber sehrwohl: „Es ist zudem seit Beginn der Planungen vorgesehen, am Gebäude eine Widmungstafel anzubringen, die auf dessen Bedeutung als Geburtshaus von Frau Berger hinweist“, verrät Klein. Womit der große Weltstar aus dem kleinen Lainz vielleicht der alten Heimat im nächsten Jahr einen Besuch abstatten könnte. Wenn es gilt, die Ehrentafel zu enthüllen – und damit das Trauerspiel ein Happy End erfährt. Und vielleicht kommt dann auch der Bürgermeister. Wir werden sehn . . . (so hieß ein Musik-Album von Senta Berger aus dem Jahr 1989).

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