Nach brutaler Schlägerei: Prozess gegen Security-Mitarbeiter
Am Donnerstag ist ein 26-jähriger ehemaliger Sicherheitsmann eines Wiener Nachtlokals vor Gericht gestanden, weil er bei einer Schlägerei im November 2024 einen Gast mit zwei anderen fast zu Tode geprügelt haben soll. Er stritt die Vorwürfe vor Gericht ab.
Im Juni 2025 war sein Kollege bereits zu vier Jahren Haft verurteilt worden, der Chef der beiden wurde freigesprochen. Eine Zeugin hatte den Angeklagten bei dem ersten Prozess als einen mutmaßlichen Täter erkannt.
Zehnstündige Notoperation
"Es waren Verletzungen in einem Ausmaß, das selten gesehen wurde", erklärte die Staatsanwältin zu Beginn. Dem Sicherheitsmann wurde absichtliche schwere Körperverletzung vorgeworfen. Eine zehnstündige Notoperation habe dem Opfer das Leben gerettet, sagte die Staatsanwältin. Der Mann hatte schwere Verletzungen am Schädel, zudem wurden ihm im Beckenbereich mehrere Stiche zugefügt.
"Das war einfach nicht anzusehen", schilderte eine 26-jährige Zeugin der Geschehnisse. Sie habe beobachtet, wie drei Männer auf das Opfer einschlugen. Einer von ihnen soll der Angeklagte gewesen sein. Er habe das Opfer von hinten umfasst und mehrmals mit der Faust von oben auf den Mann eingeschlagen, erinnerte sie sich. Danach habe sie die Polizei gerufen.
Blutspuren im Lokal
Die Polizei war zwar schnell vor Ort, konnte das Opfer allerdings nicht auffinden. Die Lokalmitarbeiter erklärten, der Mann sei "weggerannt". Stunden später meldete ein Sicherheitsmann der Polizei, dass der Mann blutend auf der Straße aufgefunden worden sei.
Er sei von einem Bus überfahren worden, wurde zunächst vermutet. Daraufhin wurden in Hinterräumen der Diskothek Blutspuren des Opfers gefunden. Die Staatsanwaltschaft geht davon aus, dass der Mann dort zunächst vor der Polizei versteckt wurde.
Keine Schlägerei gesehen
Weder der Angeklagte noch die als Zeugen geladenen Barkeeper und eine Garderobenmitarbeiterin sowie der bereits verurteilte Sicherheitsmann wollten eine Schlägerei gesehen haben und konnten sich auch nicht erklären, wie die Blutspuren in das Lokal in der Gumpendorfer Straße gekommen waren. Das spätere Opfer habe Frauen belästigt und sollte deswegen aus der Diskothek gebracht werden, hieß es von ihrer Seite. Das Opfer habe sich allerdings lautstark geweigert und daraufhin sei es zu einem Tumult gekommen, erinnerte sich die Garderobenmitarbeiterin.
Ob und wie der Angeklagte Teil dieser Handgreiflichkeiten gewesen sei, wusste keiner der Mitarbeiter mehr. "Es gibt keine letztliche gewisse Wahrheit", sagte Verteidiger Werner Tomanek.
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