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Chronik Wien
07/19/2019

Rapidler warf Schneeball auf Polizisten: Diversion

Prozess im Wiener Landesgericht: "Wir werfen nicht mit Schnee - und schon gar nicht auf Beamte."

von Michaela Reibenwein

1300 Rapid-Fans zogen am 16. Dezember des Vorjahrs gemeinsam ins Stadion des Erzrivalen Austria Wien. Der Fanmarsch wurde durch zahlreiche Polizisten begleitet. Die Stimmung war durchaus hitzig - was nicht nur an den zahlreichen Bengalos zu merken war. Videos dokumentieren aber auch die üblichen Schlachtgesänge - nicht nur gegen den gegnerischen Clubs, auch gegen die Polizisten. "Da waren die ganzen Klassiker dabei", erzählt ein Polizist. "Von ACAB (all cops are bastards) bis "Wir brauchen keine Bullenschweine"'.

So weit, so "normal". Irgendwann flogen dann aber auch Gegenstände auf die Beamten - unter anderem Schneebälle. Einer dieser Schneeballwerfer stand am Freitag in Wien vor Gericht.

"Weil man nicht nachdenkt"

Begleitet wird der 21-jährige Rapidler zwar nicht von einem Anwalt, dafür von drei weiteren Fans. "Das war wie jeder andere Fanmarsch. Man marschiert, man singt Lieder", beschreibt der Angeklagte. Warum dann Schneebälle in Richtung der Polizei fliegen? "Weil man nicht nachdenkt", erklärt der junge Mann.

Die Richterin stellt klar: "Aber eine Schneeballschlacht unter Fans wird's nicht gewesen sein." Dafür sprechen auch die Fotos, auf denen der Rapidler zu sehen ist, wie er eine "wunderschöne Ausholbewegung mit dem Schneeball" (Richterin) macht. Das findet der Rapid-Fan witzig. Er grinst zu seinen Begleitern. Welche Konsistenz der Schnee hatte? "Flockig", erklärt der Angeklagte. "Nass", sagt er bei der nächsten Nachfrage.

 

Die Richterin macht dem jungen Mann ein Angebot: "Sie bekommen keine Verurteilung, aber eine Diversion mit zwei Jahren Probezeit." Zudem muss er die 150 Euro für den Prozess zahlen. "Wir werfen nicht mit Schnee - und schon gar nicht auf Beamte", stellt sie fest. Der Rapid-Fan willigt ein, ebenso der Staatsanwalt; rechtskräftig.

Weitere Prozesse rund um den Fanmarsch sind in Vorbereitung. Insgesamt wurden fünf Schneeballschüsse angezeigt, dazu auch noch Nötigung und Körperverletzung.

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