Protest mit 6 Festnahmen gegen Bau der Event-Arena in Wien-St. Marx
Polizei hatte Einsatz beim Protest.
Auf dem Areal der geplanten Event-Arena am Freigelände in St. Marx in Wien-Landstraße haben Aktivistinnen und Aktivisten am Donnerstagvormittag gegen den Start des Baus des Projekts protestiert.
"Seit 8.00 Uhr morgens kommt es aufgrund einer nicht ordnungsgemäß angezeigten Versammlung zu einem noch andauernden Polizeieinsatz", hieß es seitens der Polizei.
Gegen 11.30 Uhr befanden sich rund 20 Protestierende an Ort und Stelle, wie die Polizei der APA sagte. Es sei aber nicht ausgeschlossen, dass sich diese Zahl noch erhöhen könnte. Sechs Aktivistinnen und Aktivisten wurden von der Polizei nach verwaltungsstrafrechtlichen Bestimmungen vorläufig festgenommen. Zuvor war eine nicht ordnungsgemäß angezeigte Versammlung von der Wiener Polizei aufgelöst worden, wie es seitens der Exekutive hieß. Die anwesenden Personen wurden demnach mehrfach aufgefordert, die Baustelle freiwillig zu verlassen. Es wurde ihnen auch Zeit gegeben, „ihre Habseligkeiten mitzunehmen“. Einige Personen kamen dieser Anordnung aber nicht nach bzw. kehrten zum Platz zurück.
Areal liegt seit Jahren brach
Die Event-Arena soll Austragungsort für sämtliche Arten von Shows und Events werden, also etwa für große Rock- und Popkonzerte oder auch für Sportbewerbe und Messen. Knapp 150 Veranstaltungen pro Jahr soll das Gebäude beherbergen können. Der Großbau entsteht auf einer Fläche neben der bestehenden Rinderhalle (jetzt Marx-Halle). Das Areal liegt seit Jahren brach und wird offiziell nur temporär benutzt - etwa als Zirkus-Standplatz.
"Magischer Ort"
Gegen das Bauprojekt gibt es aber auch Widerstand. "Der Abriss der jahrelangen friedlichen und selbst verwalteten Kulturorte in St. Marx untergräbt die Initiative von selbst organisierten Bürgerinnen und Bürgern Wiens. Die dort entstandenen Selbstverwaltungen belebten die Freifläche als einzigartige kulturelle Landschaft dieser Stadt. Es entwickelten sich niederschwellige Orte des Zusammenkommens und der Begegnung, die vielen Menschen in Wien mittlerweile als gelebte Utopien bekannt sind - kurz gesagt, die Freifläche in St. Marx war ein belebter magischer Ort", hieß es in einem Statement der Demonstrierenden.
"Gegen den Willen der Bevölkerung"
"St. Marx ist Treffpunkt und Bewegungsraum inmitten eines stark bebauten Stadtteils. Doch statt diese graue Wüste zu entsiegeln und in einen Wohlfühlort für Mensch und Natur zu verwandeln, wird nun gegen den Willen der Bevölkerung die nächste Event-Halle gebaut", kritisierte auch die Umwelt-NGO Greenpeace.
Der Betreiber, die WSE Wiener Standortentwicklung GmbH, hielt dem entgegen, dass die anstehende Vorbereitung der Fläche bereits 2024 öffentlich angekündigt und im November 2025 nochmals konkretisiert wurde. "Seit 2024 führte die Stadt einen engen, strukturierten Dialog mit allen organisierten Nutzerinnen und Nutzern des Areals. Für den überwiegenden Teil jener, mit denen vertragliche Vereinbarungen bestanden, konnten Alternativen gefunden werden", hieß es in einer Aussendung.
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