Baugerüst in Wien eingestürzt: Vier tote Arbeiter
Am Dienstagnachmittag ereignete sich im neunten Wiener Gemeindebezirk ein schweres Unglück. Beim teilweisen Einsturz eines Baugerüstes auf einer Baustelle starben vier Arbeiter, ein weiterer wurde schwer verletzt.
Ein Großaufgebot von Rettung, Feuerwehr und Polizei ist vor Ort.
Gerüst-Einsturz in Wien-Alsergrund
Bei Bauarbeiten in einem Innenhof eines Altbaus in Wien-Alsergrund hatte es Probleme mit dem Gerüst gegeben. Laut Berufsfeuerwehr-Sprecher Martin Hofbauer wurde der Unfall gegen 14.30 Uhr gemeldet. Demnach kam es zum Einsturz von Gerüstteilen und einer Schalung, die im Zuge von Betonierungsarbeiten eingesetzt worden war.
Zunächst wurde befürchtet, dass mehrere Arbeiter verschüttet worden sein könnten. Eine Gruppe von Bauarbeitern konnte die Unfallstelle selbstständig verlassen. Ein 45-Jähriger aber wurde schwer verletzt: Er erlitt schwere Kopfverletzungen, Brüche an Armen und Beinen. Lebensgefährlich seien die Verletzungen aber nicht, hieß es. Er wird jetzt in den Schockraum eines Krankenhauses gebracht, sagt der Sprecher der Berufsrettung. Der schwer verletzte Arbeiter lag den Angaben zufolge mehrere Minuten am Unfallort, ehe er geborgen werden konnte.
Hatte es zunächst noch geheißen, dass es keine weiteren Verletzten gebe, folgte am frühen Abend die Hiobsbotschaft: Vier Menschen sind tot, einer schwerverletzt.
Gegen 16 Uhr war die Feuerwehr damit beschäftigt, Teile des Gerüsts abzutragen, da nicht klar war, ob es einsturzgefährdet ist, berichtet ein Feuerwehrsprecher. Der Einsatz gestaltete sich äußerst schwierig, teilweise musste das Baumaterial mit bloßen Händen beiseite geschafft werden.
Zur Abklärung der Situation wird eine Drohne genutzt.
Zeugen und Arbeiter befragt
Zur Abklärung der Situation vor Ort wurde auch eine Drohne in der Luft eingesetzt. Berufsfeuerwehr, Berufsrettung und Polizei waren mehrere Stunden vor Ort. Außerdem zahlreiche Schaulustige, darunter viele Schülerinnen und Schüler des nahe gelegenen Lycée Français. In den Bereichen Liechtensteinstraße/Thurngasse, Porzellangasse/Grünentorgasse sowie Bauernfeldplatz wurden Verkehrssperren eingerichtet.
Von Polizei und Arbeitsinspektorat werden noch Zeugen des Unglücks befragt, wie etwa der Kranfahrer, der bis etwa 17.30 Uhr in seinem Fahrzeug ausharren musste. Auch der überlebende Arbeiter werde befragt, sobald dies sein Zustand zulasse, sagte Polizeisprecher Philipp Haßlinger.
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