Knalleffekt: Innenminister stoppt Projekt mit Elektro-Funkstreifen

Das Projekt TRON wird beendet, vorerst wird es keine E-Funkstreifen auf Österreichs Straßen geben.
46-185463326

Innenminister Gerhard Karner (ÖVP) zieht die Notbremse und stoppt das Projekt Elekto-Funkstreifen. "Die bisherigen vorläufigen Testergebnisse zeigen, dass E-Fahrzeuge für den operativen Polizeieinsatz nur eingeschränkt geeignet sind. Gründe dafür liegen insbesondere in der Ladeinfrastruktur sowie im erhöhten Gesamtgewicht durch die einsatztaktische Ausrüstung", heißt es aus seinem Büro gegenüber dem KURIER.

Und weiter: "Positiv beurteilt wird aktuell lediglich der Einsatz als Botenfahrzeuge außerhalb des polizeilichen Einsatzgeschehens. Diese Einschätzungen decken sich teilweise auch mit den Erfahrungen anderer Blaulichtorganisationen. Der Innenminister hat daher den Auftrag gegeben, das Testprojekt mit Ablauf des Jahres 2026 einzustellen."

Ungeachtet dessen wird auch in den kommenden Jahren eine laufende Marktbeobachtung erfolgen, da im Bereich alternativer Antriebsformen weiterhin mit raschen technischen Weiterentwicklungen zu rechnen ist, wird im Innenressort betont. 

46-197591513

Auch ein Polizei-Porsche wurde getestet 

2023 wurde das Projekt TRON initiiert. Dafür wurden 22 ID-3 und ID-4 von Volkswagen geleast, Porsche stellte einen Taycan probeweise für ein Jahr zur Verfügung. Diese Fahrzeuge wurden 2024 auf 20 Polizei-Dienststellen in der Steiermark, in Niederösterreich, Wien und Tirol aufgeteilt. Ende vergangenen Jahres wollte man Bilanz ziehen, doch der Versuch wurde zunächst um ein weiteres Jahr verlängert. Im kommenden Jahr sollte eine endgültige Entscheidung gefällt werden, was nun hinfällig ist. 

Wie berichtet, gab es zuletzt interne Kritik durch die Polizei-Gewerkschaft. Walter Strallhofer (FSG) berichtete im KURIER, dass die gesamte Ausrüstung im ID-4 keinen Platz im Kofferraum finden würde, deshalb müssten die Einsatzmittel zum Teil am Rücksitz gelagert werden. 

Auch für Verfolgungen eignen sich die aktuellen Modelle kaum, würden sie doch bei 160 km/h abriegeln. "Die Instrumente sind meistens Touch, sprich bei Einsatzfahren nicht so gut. Das Fahrzeug ist sehr schwer und sehr groß für kleine Gassen in Wien", betonte Gewerkschafter Strallhofer. 

Außerdem seien die Bremsen für rasante Fahrten unterdimensioniert. Ein Hindernis wäre außerdem die Ladekapazität, denn derzeit müssten die E-Funkstreifen, um die Streifentätigkeit durchgehend zu gewährleisten, mit einem anderen E-Mobil immer wieder getauscht werden. Im Probebetrieb musste deshalb ein Verbrenner für jede E-Funkstreife als Ersatz bereit stehen. 

Strallhofers Zusammenfassung lautete: "Die E-Funkstreifen sind als zusätzlicher Streifenkraftwagen geeignet, aber als völliger Ersatz unmöglich aufgrund der Batterieleistung. Dann bräuchte man immer einen zweiten Wagen als Ersatz."

Kommentare