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Wenn Frauen obdachlos werden: Ein Haus gibt Perspektive

Im neuen Chancenhaus in Ottakring werden 56 Plätze für obdachlose Frauen geboten.
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Zusammenfassung

  • Das neue Chancenhaus Thalia in Wien bietet 56 wohnungslosen Frauen vorübergehend Unterkunft und Unterstützung auf dem Weg zurück in eine eigene Wohnung.
  • Die Bewohnerinnen werden rund um die Uhr von einem rein weiblichen Team aus Sozialarbeiterinnen, Psychologinnen und weiteren Fachkräften begleitet.
  • Die Wiener Chancenhäuser mit insgesamt rund 700 Plätzen gelten als Vorzeigeprojekt, weil sie über Notunterkunft hinaus früh Perspektiven für ein selbstständiges Leben schaffen.

Bett, Tisch, Schrank, eine kleine Küche und ein Bad. Viel mehr braucht es nicht, um einen Ort zu einem Zuhause zu machen. Seit rund einem Monat lebt in Top 204 des neuen Chancenhauses Thalia eine Frau, die zuvor wohnungslos war. 

Nun hat sie wieder einen Rückzugsort – allerdings nur auf Zeit. Denn ihr Ziel ist klar: möglichst bald wieder in einer eigenen Wohnung zu leben.

Küche in einer Wohnung im Chancenhaus Thalia.

Ort der Unterstützung

„Das Chancenhaus ist kein Ort zum Altwerden, sondern ein Ort, an dem Menschen so lange bleiben, wie sie Unterstützung brauchen“, sagt Roland Haller, Geschäftsführer des Fonds Soziales Wien Obdach

700 Plätze

Mit dem Chancenhaus in der Thaliastraße gibt es nun neun Chancenhäuser in Wien. Insgesamt stehen dort rund 700 Plätze zur Verfügung, 56 davon im neuen Haus für erwachsene Frauen.

Ein Zuhause

Schon beim Betreten fällt der helle Aufenthaltsraum ins Auge. Hier wird gemeinsam Kaffee getrunken, gestrickt, gebacken oder an Bewerbungen gearbeitet. Durch die großen Fenster geht der Blick in den Garten, der den Bewohnerinnen einen geschützten Rückzugsort bietet. Neben den Wohnräumen gibt es Beratungszimmer, ein Arztzimmer und Gemeinschaftsbereiche.

Plakat

Von Frauen für Frauen

Betreut werden die Bewohnerinnen ausschließlich von Frauen. Rund um die Uhr ist jemand im Haus. „Die Frauen kommen zu uns und wollen reden. Manchmal geht es um medizinische Notfälle, manchmal braucht jemand ein offenes Ohr“, erzählt eine Mitarbeiterin. Neben Sozialarbeiterinnen begleiten auch Psychologinnen, Peer-Begleiterinnen sowie Expertinnen vom  Neunerhaus und der Suchthilfe die Frauen. 

Vorzeigeprojekt

Im vergangenen Jahr fanden rund 2.050 Menschen in den Wiener Chancenhäusern vorübergehend Unterkunft. Anders als klassische Notquartiere sollen sie nicht nur ein Dach über dem Kopf bieten. Bereits ab dem ersten Tag werde gemeinsam mit den Bewohnerinnen daran gearbeitet, wieder Perspektiven zu entwickeln und Schritt für Schritt den Weg zurück in ein eigenständiges Leben zu schaffen.

Vorzeigeprojekt

Das Wiener Modell gilt europaweit als Vorzeigeprojekt. Regelmäßig reisen internationale Delegationen nach Wien, um sich die Chancenhäuser anzusehen. „Wir machen das nicht für die internationalen Delegationen, sondern für die Menschen dieser Stadt“, betont Sozialstadtrat Peter Hacker (SPÖ). Gerade in wirtschaftlich schwierigen Zeiten dürfe an Einrichtungen wie diesen nicht gespart werden.

Denn genau hier soll für viele Frauen ein Neuanfang möglich werden. Wenn alles nach Plan läuft, wird Top 204 bald wieder leer stehen und der nächsten Frau ein zu Hause bieten.

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