Chronik | Wien
24.10.2018

Neue Wiener Westausfahrt polarisiert: ÖVP hofft auf UVP

Die baufällige Trasse soll auf die Hietzinger Seite verlegt werden.  Der Radweg ist wegen Probebohrungen derzeit gesperrt.

Die Stammstrecke vieler Radler entlang der Wien ins Zentrum ist derzeit unterbrochen: Bis 16. November riegelt ein Gitterzaun bei der Bräuhausbrücke den dortigen Radweg ab. Die rund 700 Meter lange Umleitung hinter der Lärmschutzwand der Westeinfahrt begeistert nicht alle.

„Dort ist es zu schmal und es laufen viele Hunde herum“, sagt etwa Radfahrer Christoph Kaltenecker. Er radle daher – unerlaubterweise – auf der Straße.

Grund für die Sperre der Wiental-Strecke sind Probebohrungen für die Sanierung der Westausfahrt. Seit Montag werden die Arbeiten vorbereitet, am Mittwoch fahren die großen Maschinen auf. Wie berichtet, muss der baufällige A1-Zubringer abgetragen werden. Sein Ersatz sorgt nach wie vor für Unmut.

MA 29: "Beste Variante"

Die beiden stadtauswärts führenden Fahrstreifen sollen auf Höhe der Hütteldorfer Brücke auf das Hietzinger Ufer verlegt werden. Dazu muss an der Böschung eine Stützmauer errichtet werden, erklärt Hermann Papouschek, Leiter der MA 29 (Brücken- und Grundbau). „In der Erhaltung ist diese Variante wesentlich günstiger als die jetzige Konstruktion.“

Mit der zweispurigen Westeinfahrt und einer Abbiegespur stadteinwärts nach Penzing verlaufen dann insgesamt fünf Spuren auf Hietzinger Seite. Für Papouschek handelt es sich dabei um die „beste Variante“ – nicht aber für den Bezirk.

Geplagte Anrainer

„Wir wollen keine Verschlechterung für die Bewohner, die unter dem Verkehr dort schon stark leiden“, sagt Vize-Bezirkschef Christian Gerzabek ( ÖVP). Er hofft auf die Umweltverträglichkeitsprüfung (UVP): „Hier werden Sachverständige einbezogen, die unabhängig von wirtschaftlichen Aspekten Argumente abwägen.“

Ob das 30-Millionen-Euro-Projekt eine solche Prüfung durchlaufen muss, ist laut Papouschek aber noch offen. Demnächst werde die Planung ausgeschrieben, der Baustart sei für 2022 angesetzt.

Weil parallel zum Bau die alte Trasse befahren werden kann, müssten Autolenker nur für rund sechs Wochen – während der Herstellung der Anschlussstücke – mit Einschränkungen rechnen, betont er.

Sollten die Bauarbeiten eine längere Radweg-Sperre nötig machen, will Gerzabek Abhilfe schaffen: „Dann müsste eine attraktive Alternativ-Lösung gefunden werden.“