© Kurier/Gilbert Novy

Chronik Wien
12/21/2019

Nach Kritik: Änderungen beim Rathausplatz-Christkindlmarkt

Ab 2020 soll es einen Stand geben, an dem kleinere Betriebe abwechselnd verkaufen können.

von Julia Schrenk

Es ist noch nicht einmal eine Woche her, dass der KURIER über das undurchsichtige System der Wiener Christkindlmärkte berichtete.

Denn Wiens Weihnachtsmärkte sind in der Hand einiger weniger Personen. Für die Standler ist es ein Mega-Geschäft. Doch die Vergabe der Stände ist intransparent, Kleinproduzenten sind chancenlos.

Das soll sich nun ändern. Nach der Kritik im KURIER kündigt Akan Keskin, Obmann des Vereins zur Förderung des Marktgewerbes und damit Veranstalter des Christkindlmarktes auf dem Rathausplatz, nun Änderungen an.

Er will ab dem nächsten Jahr zumindest einen Stand für Kleinproduzenten zur Verfügung stellen.

Im KURIER hatte sich zuletzt Gabriele Prosser zu Wort gemeldet. Sie betreibt im Kärntner St. Kanzian die Bio-Honigmanufaktur und hätte ihren Honig heuer gerne auf einem Wiener Weihnachtsmarkt verkauft.

„Egal, wo Sie in Wien stehen wollen, für Kleine ist es zu teuer“, sagte sie. Es sind nämlich nicht nur die Standmieten, die für regionale Anbieter schlicht nicht erwirtschaftbar sind.

Vorgaben – etwa verpflichtende Öffnungszeiten – benachteiligen viele kleine Betriebe von vornherein. Einen Stand sechs Wochen lang jeden Tag mehr als acht Stunden zu bespielen, das ist für Kleinproduzenten, die oft aus den Bundesländern kommen, schlicht nicht bewältigbar.

Wer hausgemachte Marmeladen, handgefertigte Nudeln oder handgenähte Baby-Kleidung verkaufen will, hat oft einfach zu wenig Ware und zu wenig Personal, um so einen Stand zu bespielen.

Für Gabriele Prosser wäre es sich nicht einmal ausgegangen, wenn sie sich den Stand mit einem Kollegen geteilt hätte. „Wenn ich hier drei Wochen stehe, steht die Produktion daheim“, sagte sie.

Benachteiligung ohne Absicht

Nun lenkt Keskin ein: „Ein Stand, bei dem die Betriebe wechseln, ist eine sehr gute Idee. Wir werden das ab dem nächsten so machen.“

Das Problem sei ihm vorher nicht bewusst gewesen, jemanden bei der Bewerbung um einen Standplatz zu benachteiligen, sei nicht seine Absicht gewesen.

Für nächstes Jahr will sich Keskin ein Modell überlegen, das kleinen Betrieben ermöglicht, eine oder mehrere Wochen (jedenfalls aber nicht die gesamte Laufzeit des Marktes) ausstellen zu können.

Beim Stand, der den Hilfsorganisationen für den guten Zweck überlassen wird, werde das ähnlich gehandhabt, sagt Keskin.

Auch beim Art Advent vor der Wiener Karlskirche gibt es einen Stand mit wechselnden Ausstellern. Der Verein, der den Kunsthandwerksmarkt veranstaltet, stellt ihn jedes Jahr für Standler bereit, die zum ersten Mal dabei sind. Sie können ihn wochenweise betreiben.

Die Miete ist gestaffelt, je näher an Weihnachten, desto teurer. Damit will der Veranstalter Betrieben ermöglichen, einen Einblick zu bekommen, ob und wie viel Ware sie verkaufen können.

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