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Chronik Wien
12/19/2019

Mutter wollte im Wahn ihren 6-Jährigen vergiften

Prozess in Wien: 30-Jährige wird in Anstalt eingewiesen. Sie hatte ihrem Sohn Tabletten verabreicht.

von Michaela Reibenwein

Die 30-jährige Wienerin lebte in ihrer eigenen Welt. Sie kippte in die Esoterik, beschäftigte sich mit Okkultismus, legte Tarot-Karten – und war überzeugt: Sie und ihr Sohn werden verfolgt.

Am 9. März erntete sie im Supermarkt seltsame Blicke. Außerdem sah sie einen Kastenwagen in ihrer Straße. „Ich dachte, das ist eine Mafiasekte, die meinen Sohn entführen will, ihn in die Pornoindustrie zwingt und foltert“, erklärt die 30-Jährige am Donnerstag dem Richter im Landesgericht für Strafsachen in Wien.

Als sie dann noch Stimmen in der Nachbarwohnung hörte, verbarrikadierte sie ihre Wohnungstür und verabreichte ihrem sechsjährigen Sohn Tabletten. Er sollte gemeinsam mit ihr sterben.

Psychose

„Sie war mitten in einer wahnhaften Psychose“, sagt ihre Anwältin Astrid Wagner. „Sie liebt ihr Kind über alles. Sie hätte es nicht übers Herz gebracht, das Letzte zu tun.“ Tatsächlich: Die Tabletten-Dosis, die sie ihrem Kind verabreicht hatte, war zu gering. Der Bub übergab sich. Auch die Frau überlebte.

Der Sohn lebt jetzt in einer Wohngemeinschaft, die Frau selbst ist in psychiatrischer Betreuung. Und das bleibt sie auch. Die Geschworenen sprechen sich für eine Unterbringung in eine Anstalt für geistig abnorme Rechtsbrecher aus; rechtskräftig.

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