Jubiläen, Rekorde, Baustellen: Wiens Museen im Ausnahmejahr
Von Franziska Trautmann
Kunstliebhaber dürfen sich auf ein Jahr freuen, das kaum Verschnaufpausen kennt: Eröffnungen, Jubiläen und Sonderausstellungen reihen sich heuer dicht aneinander – Wiens Museen laufen auf Hochtouren. Allen voran das Museumsquartier: Zum 25-jährigen Jubiläum setzen sich mehrere Ausstellungen mit dem Motto „Generation MQ“ auseinander. Das gesamte Areal widmet sich dabei der Geschichte des Ortes und den Menschen dahinter. Ab 29. Juni beleuchtet eine Ausstellung im MQ Freiraum die konfliktreiche Vergangenheit des Areals – vom kaiserlichen Hofstall bis zum urbanen Kulturhotspot.
Albertina feiert 250 Jahre
Mitfeiern darf auch das Leopold Museum, ebenfalls seit 25 Jahren Teil der Wiener Kunstszene. Dafür holt es die Werke von Gustave Courbet nach Wien und stellt sie ab 19. Februar unter dem Namen „Gustave Courbet. Realist und Rebell“ aus. Ein weiteres Jubiläum steht heuer in der Albertina an. Ab 19. Juni beleuchtet das Museum 250 Jahre Ausstellungsgeschichte. Davor können Interessierte schon ab 6. Februar die Frühjahrsausstellung über den französischen Künstler Honoré Daumier, der vor allem durch seine scharfsinnigen Karikaturen bekannt wurde, besuchen.
Das Belvedere kann derweil mit einer Rekordmeldung aufwarten: 2025 knackten alle drei Standorte erstmals die Zwei-Millionen-Besucher-Marke. Das nach eigenen Angaben größte Kunstmuseum Österreichs möchte diesen Erfolg weiterführen und widmet sich deshalb ab 30. April der deutsch-amerikanischen Künstlerin Anni Albers. Damit wird ihre Textilkunst erstmals in einer umfassenden Ausstellung in Österreich präsentiert.
Großer Umbau geplant
Während anderswo gefeiert wird, steht das Kunsthistorische Museum bereits im Zeichen der großen Bauvorbereitungen für 2027. Zwei der drei großen Hauptausstellungen werden daher an externe Standorte ausgelagert. Den Auftakt macht am 24. März noch am Maria-Theresien-Platz „Canaletto & Bellotto“, ein faszinierender Vergleich der Wien-Blicke von Onkel und Neffe im 18. Jahrhundert. Ab Herbst wird dann umgezogen: „Tatort Ephesos“ (ab 20. Oktober) zieht in die Neue Burg, „Bernini. Malerei und Marmor“ (ab 2. Dezember) ins Palais Lobkowitz.
Abseits der großen Museumstempel lockt das Gartenpalais Liechtenstein ab 30. Jänner mit „Noble Begierden“, einer hochkarätigen Schau mit Werken von Rembrandt, Monet und Klimt. Und auch zwei Museen öffnen nach längeren Sanierungsarbeiten wieder ihre Pforten. Mitte März soll das Wiener Aktionismus Museum mit einer Ausstellung zum Frühwerk von Hermann Nitsch eröffnen. Und das Volkskundemuseum soll ab Juni wieder in sein Stammhaus in der Josefstadt zurückkehren können, derzeit quartiert es noch im Pavillon 1 am Otto-Wagner-Areal. Mit Wiedereröffnungen und Sonderausstellungen erweitert sich die Kulturszene nicht nur für Touristen, sondern auch für Wiener.
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