Mc-Drive-Filiale öffnet Ende Juli in Döbling – zum Ärger der Anrainer
Mehrere Holzpaletten liegen vor dem grünen Container in der Barawitzkagasse, an dem bereits das McDonald'-Logo prangt. Binnen zwei Wochen wurde die temporäre Mc-Drive-Filiale aus dem Boden gestampft, klagen Anrainer. Sie befürchten eine massive Lärm- und Müllverschmutzung durch das Pop-up.
„Die Eröffnung des Pop-up-Restaurants ist für Ende Juli geplant“, sagt Wilhelm Baldia, Pressesprecher von McDonald's, auf Anfrage. Währenddessen wird die bestehende Filiale – etwa 100 Meter entfernt – abgerissen und am selben Standort wieder neu gebaut.
Der Standort habe nicht mehr alle Standards erfüllt, hieß es. Nach Fertigstellung des Neubaus soll das temporäre Mc-Drive wieder abgebaut werden. Die Bewilligung der Baupolizei ist bis 31. Dezember gültig, das Betriebsanlagenverfahren ist aber noch nicht abgeschlossen. Bevor diese gewerbebehördliche Genehmigung nicht vorliegt, kann das Lokal nicht in Betrieb genommen werden.
250 Unterschriften
Auch wenn das Pop-up-Lokal nur temporär steht, ist es vielen ein Dorn im Auge. Mehr als 250 Anwohner sprachen sich im Rahmen einer Bürgerinitiative gegen das Lokal aus. „Unsere Sorge war von Anfang an eindeutig, das Drive-in wird einen weiteren Anziehungspunkt für die Tuning-Szene schaffen und die bereits jetzt massive nächtliche Lärm- und Verkehrsbelastung im Grätzl weiter verschärfen“, sagt Hanna*, die an der betroffenen Kreuzung wohnt.
Hier wurde das Pop-up gebaut.
Hotspot für Roadrunner-Szene
Die Heiligenstädter Straße – sie kreuzt die Barawitzkagasse –, gilt seit Jahren als Hotspot für „Roadrunner“. Die Raser nutzen die Strecke gerne für illegale Straßenrennen, was Geschwindigkeits- und Lärmbelästigungen zur Folge hat. Für die Anwohner ist die Entscheidung, das Pop-up-Lokal zu errichten, nicht nachvollziehbar.
Besonders sauer stößt einigen Anrainern die Aussage des Bezirksvorstehers Daniel Resch (ÖVP) auf, dass die unmittelbaren Nachbarn über das Projekt verständigt wurden – und dabei kein Einwand erhoben wurde.
„Weder ich, noch meine Nachbarinnen und Nachbarn im Haus wurden informiert und es wurde kein Gespräch gesucht. Auf Nachfrage per Mail kam die Antwort, wir wären keine Nachbarn, da unser Wohnhaus 32 Meter entfernt ist“, kritisiert Anwohnerin Katharina*.
Die Roadrunner treffen sich meist im Bereich der Tankstelle.
Wer gilt als Nachbar?
In einem Antwortschreiben aus dem Büro des Bezirksvorstehers heißt es, dass als unmittelbare Nachbarn unter anderem nur jene gelten, die 20 Meter von der Liegenschaft entfernt wohnen. Katharina spricht von einer „Farce“. Sie fühle sich vom Bezirksvorsteher in keinster Weise gut vertreten, die Interessen der Anrainer würden „völlig bewusst missachtet“.
Auch wenn der Mc-Drive wieder abgebaut wird, dürften die Anrainer wohl künftig keine Ruhe haben. An derselben Adresse wurde nämlich der Bau eines Hauses mit sechs Geschoßen, 48 Wohnungen, einem Beherbergungsbetrieb mit 11 Zimmern, einem Geschäftslokal und einer zweigschoßigen Tiefgarage genehmigt.
*Namen geändert
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