Malma Artcafé: Menü mit Kunst statt Cappuccino
Das englische Sprichwort „Great minds think alike“ (dt. große Geister denken gleich) wird üblicherweise verwendet, wenn Personen denselben zündenden Gedanken haben. Selten hat es so zugetroffen wie im Fall von Aglaë Kinsky, Sebastian Schicht und Mia Stolberg. Sie alle hatten unabhängig voneinander dieselbe Idee: Ein Bastelcafé zu eröffnen.
Über gemeinsame Freunde vernetzten sie sich schließlich 2025 und bereits am 4. Februar 2026 war es dann so weit: Das „Malma Artcafé“ in der Castelligasse 7 im fünften Bezirk öffnete erstmals seine Türen.
Umgangssprachlich klingt der Name wie „mal ma“ , also „malen wir“ – ein Hinweis, was Besucherinnen und Besucher dort erwartet. Statt Cappuccino und Latte stehen hier nämlich Ölkreiden und Origami auf der Speisekarte.
Gut für die Seele
„Im Arbeitsalltag verbringt man viel Zeit vor dem Bildschirm. Wir haben gemerkt, wie wichtig es ist, als Ausgleich etwas mit den Händen zu machen“, so Schicht bei einem Lokalaugenschein. Dafür sei man nämlich nie zu alt. „In der Kindheit bekommt man oft vermittelt, dass man entweder kreativ ist oder eben nicht. Das finde ich sehr schade, denn man muss kein Künstler sein, um zu basteln oder zu malen“, ergänzt Kinksy. Sich – auf welche Art auch immer – künstlerisch zu betätigen, sei immer gut für die Seele, sind die beiden überzeugt.
Deshalb sind auch Bastelanfängerinnen und -anfänger im Malma herzlich willkommen. Dementsprechend ist nämlich auch das sogenannte Menü gestaltet. „Wir haben es so aufgebaut, dass für jeden etwas dabei ist.“ Die Überlegung dahinter sei, dass man die Aktivitäten möglichst ohne komplizierte Instruktionen umsetzen könne.
Dennoch liegt jeder thematischen Bastelbox eine kleine Karte auf Deutsch und Englisch bei. Zur Auswahl stehen beispielsweise Stickerei, Aquarell oder das Basteln von Collagen. Für Letzteres stehen sogar quasi historische Reliquien zur Verfügung: Bravo Hefte aus den 1990er-Jahren. Für Unentschlossene ist auch die Box „All you can craft“ eine Möglichkeit – hiermit kann man sich einfach durch alle Menüpunkte probieren.
Breites Workshopangebot
Wer sich aber nicht gleich selbstständig an Speisekarten-Optionen wie Linolschnitt heranwagen möchte, kann einen passenden Workshop buchen. Zusätzlich werden Aktivitäten wie Mossaikuntersetzer gestalten, Lampenschirme bemalen oder Buchbinden bei den Kursen unter Anleitung der Malma-Crew angeboten. Abgesehen von den Workshops, bei denen Gäste vorab einen Platz buchen müssen, ist im Artcafé jede und jeder ohne Voranmeldung willkommen. Kreative Köpfe, und solche, die es noch werden wollen, können demnach einfach während der Öffnungszeiten vorbeischauen. Will man auf Nummer sicher gehen, kann man online dennoch Tisch reservieren.
Ausgerichtet sind die Bastelaktivitäten primär auf Erwachsene: „Willkommen sind aber natürlich alle“, so das Trio. Gemäß der Bezeichnung „Artcafé“ darf zudem das namensgebende Getränk nicht fehlen. Für Bastelnde gibt es deshalb Filterkaffee und Tee zur freien Entnahme.
Digitaler Detox
Um der Kreativität wirklich freien Lauf lassen zu können, wurde im Café ein „Phone Hotel“ eingerichtet. Dabei handelt es sich um ein Regal, indem Gäste ihre Handys verstauen können, um sich mit voller Konzentration ihren Bastelwerken widmen zu können. „Es ist natürlich kein Verbot, sondern ein Angebot ein paar handyfreie Stunden ohne Ablenkung genießen zu können“, erklärt Kinsky.
Gebaut wurde das Regal, so wie die restliche Ausstattung im Malma, von Schicht. Hinter dem Design steht Stolberg, die Innenarchitektur studiert hat. An den Wänden hängen Kunstwerke von Kinsky. Dabei steht alles unter demselben Motto, denn auch die Möbel sollen zum Basteln anregen. Gäste seien oft vorsichtig, keine Kleckse auf den Tischen zu machen: „Aber bitte macht Flecken“, so Kinksy.
Egal ob Flecken oder Experimentierfreude: Im Malma ist das Streben nach künstlerischer Perfektion Nebensache. Es gilt „Erlebnis statt Ergebnis“, ist Schicht überzeugt.
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