Wie das Café "Kimchi und Kipferl" k. u. k. neu interpretiert

Das Konzept verbindet die Wiener Kaffeehauskultur mit koreanischen Elementen.
Helles Café mit wenigen Gästen, moderner Einrichtung, Blumen auf den Tischen und bunten Porträts an der Wand.

Zwei der Mitglieder der südkoreanischen Boygroup „BTS“ begrüßen die Kundschaft beim Betreten des „Kimchi und Kipferl“. Leider handelt es sich um Pappaufsteller – die echten Musiker konnten (noch) nicht eingeflogen werden.

Kpop-Fans soll das nicht daran hindern, dem neuen Café in der Hütteldorfer Straße einen Besuch abzustatten. Vertröstet werden sie nämlich mit einem Sortiment, das sich rund um die asiatische Halbinsel dreht. Neben kulinarischen Leckereien – wie das namengebende Kimchi – gibt es unter anderem Skincare, Merchandise und Werke des koreanischen Künstlers „Bossbabe“ zu erstehen.

Neue Herausforderungen

Dieser ist indirekt für die Neuinterpretation von „k.u.k“ in Wien verantwortlich : „Wir haben uns vor ein paar Jahren kennengelernt und so bin ich tiefer in die Kultur eingetaucht“, erzählt Inhaberin Silvia Hofbauer (53) Sie habe die Liebe zur Sprache, dem Land und K-Pop entdeckt. „Ich habe mich nach einer neuen Aufgabe gesehnt“, sagt sie über den Entschluss, ein Stückchen Korea nach Wien zu bringen. 

In der ehemaligen Palmers-Filiale kommt aber auch der Einfluss der Bundeshauptstadt nicht zu kurz: Gebäck gibt es etwa von Joseph Brot, Kaffee vom Wiener Rösthaus und Honig sowie Kerzen stammen ebenfalls aus der Stadt. Verbunden wird die Wiener Kaffeehauskultur mit der koreanischen Kulinarik: In der Küche werden Wien und Seoul einfach fusioniert. Neben den namensgebenden Kipferln steht beispielsweise veganes Kimchi-jjigae auf der Speisekarte.

Regale mit koreanischen Kosmetikprodukten, Dekorationen, Pflanzen und zwei lebensgroßen Pappaufstellern von Personen.

Mehr als auf ein Getränk

Wer nicht nur auf ein Kipferl oder einen Matcha vorbeikommen möchte, kann an Fermentier- oder Kimchiworkshops teilnehmen, oder einen Koreanisch-Kurs für Anfänger besuchen. Auch Lesungen von österreichischen und koreanischen Autorinnen und Autoren seien in Planung. 

Der März steht zudem unter dem Motto „BTS“, da die Musiker zum ersten Mal seit vier Jahren ein neues Album veröffentlichen. Gefeiert wird das unter anderem mit Karaoke und eigens kreierten Getränken.

Persönliche Ebene

Sowohl bei den Veranstaltungen im Café als auch beim Sortiment legt Hofbauer Wert auf persönliche Beziehungen. "Im Sortiment habe ich beispielsweise die Hautpflegeprodukte von einer koreanischen Mutter, deren Kinder nicht baden wollten oder von einer Frau, die ihre Pflegelinie aufgrund ihrer Erkrankung gegründet hat." Die Geschichten und Menschen hinter den Produkten seien für sie etwas Besonderes.

Zukünftig möchte Hofbauer übrigens Kipferl nach Seoul bringen: „Ich möchte dort ein Café eröffnen.“ 

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