Chronik | Wien
12.05.2018

Ludwigs Regierungsteam nimmt Formen an

Postenkarussell: Peter Hanke soll das Finanz-, Peter Hacker das Gesundheitsressort übernehmen.

Es ist die größte Umbildung des Stadtsenats seit 2010: Am Montag wird SPÖ-Parteichef Michael Ludwig sein Regierungsteam präsentieren, dem vier neue Köpfe angehören. Freitag und Samstag führte der designierte Bürgermeister letzte Gespräche mit den Kandidaten. Sollten nicht einer oder mehrere davon noch kurzfristig absagen, wird das Team wohl folgendermaßen aussehen:

Nachfolger von Renate Brauner als Finanzstadtrat wird – geht es nach Ludwig Peter Hanke. Als Geschäftsführer der Wien Holding bringt der 54-Jährige die nötigen Manager-Qualitäten mit, zudem wird ihm ein sehr gutes Verhältnis zu Ludwig nachgesagt. Wird er Stadtrat, könnte die Zuständigkeit für die Stadtwerke von Ulli Simas Umwelt- wieder ins Finanzressort wandern. Sie könnte dafür die Frauen- und Sportagenden bekommen.

Ersteres deshalb, weil das bisher für die Frauen zuständige Gesundheitsressort mit einem Mann besetzt werden dürfte – und zwar mit Peter Hacker, Chef des Fonds Soziales Wien. „Auch er hat die nötigen Fähigkeiten als Manager, ist sehr pragmatisch, aber gleichzeitig ein politischer Kopf“, ist aus SP-Kreisen zu hören. Zudem ist der 55-Jährige in der Stadtverwaltung bestens vernetzt und würde als Brückenbauer in das linke Lager der Wiener SPÖ fungieren. „Seine Bestellung wäre die Krönung seiner bisherigen Karriere“, heißt es.

Ludwigs Nachfolger als Wohnbaustadtrat soll Kathrin Gaal werden. Die Gemeinderätin stammt aus Wiens bevölkerungsstärkstem Bezirk Favoriten, der während der Ära von Michael Häupl keinen Rathaus-Spitzenfunktionär stellen durfte.

Kulturstadträtin dürfte Hannah Lessing werden. Die Bestellung der 55-jährigen studierten Ökonomin, die Österreich im Internationalen Komitee der Auschwitz-Stiftung vertritt, wäre ein Signal an jene Teile der Partei, die Ludwig zu wenig Distanz zur FPÖ vorwarfen. „Mit ihr würde wieder frischer Wind in das Kulturressort einkehren. Sie würde auch jene jungen, urbanen Bevölkerungsschichten ansprechen, die gemeinhin als Bobos bezeichnet werden“, heißt es aus Rathaus-Kreisen.

Bleiben dürfen neben Sima auch Bildungsstadtrat Jürgen Czernohorszky. Somit wäre Ludwig eine Mischung gelungen, die die meisten parteiinternen Begehrlichkeiten befriedigt: Ein Mix aus bewährten Politikern und Quereinsteigern, wobei das Männer-Frauen-Verhältnis ausgeglichen bleibt. Zudem erhalten die bisher unterrepräsentierten Flächenbezirke deutlich mehr Einfluss.

Neu besetzt werden demnächst auch die Posten des SPÖ-Klubchefs und des Landtagspräsidenten. Hier haben dem Vernehmen nach die beiden Gemeinderäte Josef Taucher (Donaustadt) und Ernst Woller (Landstraße) die besten Karten.